08.01.2015 – Saint Maarten

Einen Tag nach St. Thomas stand heute die nächste Karibik-Insel auf dem Programm. Wir legten im holländischen Teil von Saint Maarten an und verließen nach einem Donut-Frühstück, das wir dank Schiffs-Security nicht gemütlich an Land, sondern an der Ausgangs-Kontrolle machten, sehr früh das Schiff um pünktlich um 8 Uhr am Pier bei unserem Tour-Guide zu sein. Wir hatten im Internet eine Inselbesichtigung mit Diederick SXM Tours gebucht, die für uns 3 insgesamt 70 $ kostete und uns heute absolut begeisterte.

Der Tour-Bus war heute deutlich besser als der von gestern, er war komplett geschlossen und hatte eine gute Klimaanlage. Die war bei 30 Grad (schon morgens um 9 Uhr) auch dringend nötig. Nachdem wir das erste Chaos auf dem sandigen Bus-Parkplatz hinter uns hatten, konnte die Tour beginnen. Es ging entgegen der ursprünglich gebuchten Richtung, da am Morgen keine Landungen auf dem internationalen Flughafen geplant waren. Was das mit unserer Tour zu tun hat? Ich sage nur „Sunset Beach“ … aber mehr dazu später.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir fuhren also zuerst in Richtung des französischen Teils der Insel. Während im holländischen Teil alles sehr amerikanisiert war (inkl. der Kfz-Kennzeichen und des US-Dollars, der hauptsächlich als Zahlungsmittel gilt; Gehälter werden aber teilweise noch in Gulden (!) ausgezahlt), ist im französischen Teil alles auf „La France“ getrimmt. Zahlungsmittel ist der Euro (aber auch Dollar werden angenommen), es gibt die Gendarmerie, französische Kennzeichen und Verkehrsschilder.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Unser erster Stopp war ein Aussichtspunkt, dann folgte ein Halt an einem recht unscheinbaren Strandabschnitt. Der Aussichtsturm war von letzten Hurrikan, der vor drei Monaten über die Insel zog, zerstört worden, die eigentliche Attraktion des Strands lag aber daneben. Ein durchtrainierter, kauziger und circa 65-jähriger Fischer. Der holte allerlei Seeigel, Muscheln und sonstiges Meeresgetier aus dem Wasser und legte sie auf die Hände der Touris. Da wir in eine Gruppe von insgesamt nur 7 Personen unterwegs waren, bekamen wir alle etwas ab. Sogar Leo traute sich, die Stacheln des Baby-Seeigels zu berühren.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Weiter ging es in Richtung Marigot, der Hauptstadt des französischen Insel-Teils. Doch bevor wir diese erreichten, stoppten wir am Straßenrand und konnten dort eine Kolonie von „Iguanas“ bewundern, die sich über den Salat hermachten, den wir ihnen zuwerfen konnten. Dabei kamen sie uns sehr nah. Leo freute sich, Rapunzels Pascal in echt zu sehen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

In Marigot hatten wir eine Stunde Zeit um zu shoppen. Nach einigen Blicken auf die Tische der Händler erkannten wir, dass wir im holländischen Teil einkaufen würden und setzten uns in ein kleines Cafe, in dem wir Chicken Nuggets (Leo) und Chicken Curry (Bianca und Rainer) zu Mittag hatten. Erst später erkannten wir, dass wir uns genau neben das vom Tourguide empfohlene Restaurant gesetzt hatten. Übrigens mit zwei anderen unserer Reisegruppe, die aus Australien kamen. Der Tour-Guide bekam Anpfiff von den Besitzern des anderen Restaurants und uns war es ein wenig peinlich …

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Dennoch ging es anschließend genauso fröhlich weiter wie davor.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir überquerten die Grenze zum holländischen Teil und näherten uns einer der Hauptattraktionen der Insel: Sunset Beach am Princess Juliana International Airport. Dieser Strandabschnitt liegt genau am Anfang der Rollbahn und ist berühmt für den Jet-Blast. Zuerst aber organisierten wir einen Sonnenschirm in der brütenden Hitze der Mittagssonne und während Bianca und Leona eine Sandburg bauten, machte sich Rainer auf den Weg in die „Danger Zone“, den Bereich in dem die Flieger bei der Landung genau über die Köpfe der Badegäste donnern. Erst kamen ein paar kleinere Flieger, dann startete eine Maschine in die umgekehrte Richtung, also Richtung Meer. Wie der Guide mit Megaphon am Strand verkündete eine äußerst rare Angelegenheit hier am Flughafen, da die meisten in Richtung Berge starten. Es gab ihn also nicht, den Jet-Blast den massiven Luftstrom, der auftritt wenn die Piloten die Turbinen voll aufdrehen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Den gab es dann ein paar Minuten und einige Landungen kleinerer Maschinen später.

Ein Jet der einheimischen „InselAir“ näherte sich mit seinem Jet und wie uns der Tour-Guide später sagte, machen die sich einen Spaß daraus möglichst viel des Jet-Blasts auf den Strand zu schießen. Er setzte seinen mittelgroßen Airbus also ans Ende der Startbahn und gab Gas. Klugerweise hatte sich Rainer so postiert, dass er den Blast voll abbekam aber auch so, dass er zur rechten Zeit den Schritt auf die Seite machen konnte. Der Pilot gab also Vollgas, stand aber noch auf der Bremse. Rainer bekam ein Sand-Peeling erster Klasse und bekam den heißen Luftstrom voll ins Gesicht. Dann aber macht der kluge Tourist einen Schritt auf die Seite, hat immer noch ausreichend davon aber wenn der Pilot die Bremse löst, dann fliegt er eben nicht rücklings ins Wasser und wird eben nicht in die Luft geschleudert, sondern kann dies aus der Nähe fotografieren … man ist ja doch verantwortungsbewusster Familienvater. Dennoch eine Riesen-Gaudi, die man erlebt haben muss. Ganz Kranke hängen sich ja sogar an den Zaun des Flughafengeländes und flattern im Wind.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

War nur noch ein Punkt zu erledigen, die Landung eines großen Jets. Die United-Maschine aus New York-Newark kam später als auf dem Surfboard angegeben, aber sie kam und wir bekamen am Schluss noch ein schönes Foto von der Landung und anschließend ein T-Shirt im Souvenir-Shop.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Weiter ging es im Tour-Kleinbus in Richtung Philipsburg, der Hauptstadt des holländischen Insel-Teils. Dabei überquerten wir eine Brücke, die extra für Bill Gates und den Chef von Victoria’s Secret gebaut wurde, denn deren Mega-Yachten passten nicht durch die bisherige Brücke zum Hafen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Dort hatten wir nach 4 ½ Stunden Ausflug (angegeben war er mit 2 ½ bis 3 Stunden) die Wahl ab zum Schiff oder noch in die City. Wohin wir wollten, das war vollkommen klar, denn es gibt direkt am Strand ein Hard Rock Cafe. Wir erreichten unser HRC Nummer 102 genau in dem Moment als Guns n’ Roses mit Patience lief und fanden dann einen Shop in dessen Inhalt wir uns spontan verliebten. Von Bären im Pelikan-Kostüm über T-Shirts, Shotglasses, ein Sonnenhut und Pins luden wir alles in unsere Tüte und hatten am Ende trotz eines geschenkten T-Shirts eine stattliche Rechnung.

Wenige Schritte später saßen wir an einem wunderschönen Strandabschnitt und genossen das türkisblaue Wasser und die Wellen. Leona haben wir dafür extra geweckt, sie war kurz zuvor im Hard Rock Cafe eingeschlafen, stand für den Strand aber sehr gerne wieder auf. Für Rainer war am Strand auch ein schöner Sonnenschirm da, mittlerweile hatte das Thermometer die 30 Grad-Grenze schon gut überschritten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Mädels genossen das, warum man eigentlich in die Karibik fliegt. Plantschen im kristallklaren Wasser. Sich dazu noch von der Strömung der Wellen mitreißen lassen und Muscheln sammeln und schon war der Nachmittag perfekt. Nachdem auch eine neue Sandburg mit viiiiiiiiel Matschepampe errichtet war, machten wir uns via Taxi-Boot auf zum Pier, hier hatten wir schon kurz nach Erreichen der Insel einige schöne Kleinigkeiten gesehen, die für ein paar Dollar den Besitzer wechselten.

Und da noch etwas Zeit war und wir an einem Internet-Café vorbeikamen, luden wir die Tagebuchseiten der vergangenen drei Tage hoch, damit ihr zu Hause auch seht, was wir hier so treiben.

Am Schiff gab es zuerst den mittlerweile zur Pflicht gewordenen „Hot-Dog-Stop“. Seit wir herausbekommen haben, dass die auch Wiener-Semmeln haben, sehen sie uns öfter.

Morgen haben wir den ersten von zwei aufeinanderfolgenden Seetagen, doch auch an denen wird es uns hier mit Sicherheit nicht langweilig.

next

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2009/10, 2011, 2014/15 und 2017