02.01.2015 – Miami (Beach)

Heute früh hielt es uns mit der Aussicht auf einen ganz besonderen Tag nicht lange im Bett.

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Nach zehn Jahren weiß Rainer ganz genau wie der perfekte Urlaub für Bianca ausschauen muss. Es sollte mindestens einmal etwas mit Tiere streicheln darin vorkommen. Und nachdem wir bereits in Kalifornien Giraffen füttern durften, stand heute ein absolutes Highlight auf dem Plan. Ein Privatzoo in der Nähe unseres Hotels.

Mitten zwischen zahlreichen Obstplantagen und Feldern hatte vor fünfzehn Jahren ein Ehepaar die Idee sich auf ihrem riesigen Privatgelände einen Tierpark anzulegen. Ist ja auch schöner, wenn man zwischen den Palmen ein paar Tiere schauen kann und nicht nur Pflanzen sieht. Und da dieses Ehepaar ein paar Dollar übrig hatte, gaben sie sich nicht mit ein paar Fischen und Vögeln zufrieden, sondern erweiterten den Tierpark um einige exotische Tiere.

Schon bei der Anfahrt war uns klar, dass der Tierpark nicht wirklich zum Massentourismus gehören möchte, oder dies nötig hat. Gestern hatten wir noch die Alligatorfarm die in ganz Florida Werbung mit Schildern und Flyer macht. Und heute? Da gab es noch nicht einmal ein Schild am Eingangstor. Nein, man musste ganz vornehm am Tor halten, läuten und in die Kamera sprechen. Wenn man einen Termin hat, darf man einfahren. Wie man dann trotzdem so einen Ausflug findet? Rainer hat einfach „Tiere streicheln in Florida“ gegoogelt. Denn außer auf TripAdvisor findet man auch im Internet nicht wirklich viele Infos zu diesem Park, geschweige denn eine eigene Homepage. Aber gut, wir und noch zwei weitere Pärchen fanden sich im Check-In-Bereich ein und durften erstmal einiges an Papier ausfüllen. Natürlich die Einwilligung für die Verwendung der Fotos aber auch zahlreiche Hinweise, dass wirklich keine Haftung für Verletzungen die durch die Tiere verursacht werden übernommen werden kann. Ja, Tiere können kratzen und beißen. Während sich Bianca immer mehr auf den Beginn der Tour freute, hielt sich bei Rainer die Vorfreude noch etwas in Grenzen.

Mit etwas Verspätung begann unsere Tour durch den Privatzoo. Soviel vorab. Das Grundstück ist unglaublich schön hergerichtet. Mit vielen Pavillons, Palmen, gepflegten Käfigen und einem riesigen Brunnen mit zahlreichen Löwen. Die Besitzer haben Geschmack…

Mit dem Golfcaddy und unserem Führer fuhr unsere Gruppe zu den ersten Gehegen. Etwas bissige Affen, ein Katzenbär und Tucans. Hier mussten wir jeweils sitzenbleiben und durften die Tiere nur aus etwas Entfernung betrachten.

Bei den nächsten Käfigen durften wir dann aber aussteigen. Hier warteten schon ein paar nettere Affen auf uns, die wir sogar füttern durften. Sogar Leo griff ganz mutig nach einer Apfelscheibe und gab sie dem Babyäffchen. Gut, dass die Mama dann gleich Leos ganzen Arm nehmen wollte, war nicht geplant und hat die kleine Maus etwas verschreckt. Es hatte zwar nicht weh getan aber erstmal war Pause mit Tiere anfassen. Nach dem wir noch zwei Leoparden, Ziegen und Schildkröten zusammen mit weiteren Papageien und einem Ameisenbär bewundert hatten, ging es zur nächsten Futterstation. Zwei Dromedare warteten. Überall hatten wir ausreichend Zeit die Tiere zu bestaunen und unser Guide versorgte uns mit zahlreichen Informationen zu den Käfigbewohnern.

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Bei den Dromedaren angekommen, war auch Leo schon wieder ein bisschen mutiger und Bianca war sowieso schon hin und weg. Mit Karottensticks durften die zwei großen Dromedare gefüttert werden. Wahlweise an der ausgestreckten Hand, über die Schulter oder mit Bussi. Bianca hatte dies schon mal vor fünfzehn Jahren in Ägypten mit ihrem Papa gemacht, klar dass sie da auch dieses Mal nicht wiederstehen konnte. Sogar Leo traute sich ein paar Karottenstücke hin zu halten.

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Dann ging es schon wieder mit dem Golfcaddy zum Ausgangspunkt. Aber die Tour war noch lang nicht zu Ende. Um einen Pavillon herum haben sich die Besitzer des Parks einen Rundgang anlegen lassen. Eine Brücke führt über einen Fluss mit Koikarpfen hin zu den großen Tieren. Wir sahen zwei männliche Löwen, die eine WG mit einem bengalischen Tiger gegründet hatten. Drei Löwenweibchen und ein weiteres Tigerrudel. Der Guide erklärte uns bei dieser Gelegenheit, dass er ursprünglich das Glück hatte, eine Volunteer-Stelle ergattert zu haben und seit einigen Monaten festangestellt war. Die Angestellten gehen regelmäßig mit den Tigern und den Löwen über das Gelände spazieren. Bianca überlegte kurzfristig, wo sie ein Bewerbungsformular finden könnte.

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Nach einer Runde um den Pavillon durften wir unter dessen Dach Platz nehmen. Dort warteten schon ein paar Tiere auf uns. Ein Papagei, zwei kleine Schweinebabys, Mini-Schildkröten und zwei Eulen. Und das Beste: Die waren alle zum streicheln und Foto machen da. Bianca kam gar nicht mehr aus dem Grinsen heraus. Und damit nicht genug. Unser Führer holte abwechselnd mit seiner Kollegin noch weitere Tiere zum streicheln. Zwei größere aber superweiche Affen, ein Ameisenbären-Baby und ein Affenbaby. In der Zwischenzeit hatte auch Leo dank der Schildkröten wieder Lust auf Tierestreicheln und trauten sich sogar zur Eule.

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Anschließend war der allgemeine Teil der Tour zu Ende und wir verabschiedeten uns von einem der zwei Pärchen unserer Gruppe.

Bianca war zwar jetzt schon glücklich aber das absolute Highlight des Tages oder sogar des Urlaubs sollte erst noch kommen:

Ein Treffen mit einem Tigerbaby. Im Internet konnte man mit Kindern unter acht Jahren kein Streicheln und Spielen mit den Babys buchen, sondern nur ein kurzes Foto. Oder alternativ ein Foto mit einem ausgewachsenen Tiger für uns Erwachsene.

Da wir aber ganz lieb fragten und Leo sich auf der Tour so brav verhielt, durften wir noch einmal umbuchen und Leo durfte auch mit dem Baby spielen. Wir waren schon gespannt was uns erwarten würde. Die Aussage, dass der Kleine aber noch keine Zähne hat beruhigte schon einmal einen Teil von uns. Wir wurden von dem anderen Pärchen getrennt und warteten in der Küche der Pflegestation zusammen mit einem kleinen Eichhörnchen das wild in seinem Käfig tollte und dem Affenbaby, das vorher schon auf Biancas Arm geturnt hatte. Sein Babyzimmer ähnelte ganz stark Leos früherem Kinderzimmer. Klettergerüst, V-Tech-Kinderlaptop, Bobbycar und Reisebett mit Wickelauflage. Unglaublich, wie ähnlich die Affenbabys den Menschenkindern sind. Hauptsache es blinkt und macht Musik…

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Nach ein paar Minuten in der wir gründlich unsere Hände wuschen, öffnete sich die Tür und eine Pflegerin kam mit dem süßesten Tierbaby, dass wir je gesehen hatten ins Zimmer. Einem fünf Wochen alten Tigermädchen namens „Mbali“. Wir setzten uns auf den Fließenboden und breiteten eine Decke über unsere Beine aus. Und dann durften wir gaaaaaanz viel streicheln, spielen, knuddeln und staunen währen Mbali über uns kletterte, sich hinkuschelte und schnurrte oder auch ein bisschen fauchte. Leo war dank Omas und Opas Nachbarkatzen top vorbereitet und streichelte in die richtige Richtung. Aus den gebuchten fünf Minuten, wurde dann ungefähr eine viertel Stunde nonstop Tigerbaby. Eindrücke die wir nie wieder vergessen werden! Leo war happy, weil das Mädchen immer wieder zu ihr wollte. Bianca war sowieso im siebten Himmel und sogar Rainer fand richtig Gefallen an dem kleinen tapsigen Baby. Der Abschied fiel uns allen schwer, aber zum Glück hat die Pflegerin die ganze Zeit über ausreichend Bilder von uns gemacht, damit wir dieses schöne Erlebnis nie vergessen. Leo überlegte sogar mal kurzfristig ob wir nicht so ein Tigerbaby auch zu Hause haben könnten.

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Aber es half alles nichts, irgendwann kam Mbali wieder zurück zu ihrer Mama und wir verließen den Park. Doch zuerst mussten wir noch feststellen, dass sich der Wartebereich für die folgenden Touren schon deutlich gefüllt hatte. Wir waren noch exklusiv alleine im Park und im Pavillon unterwegs, gegen Mittag war hier schon deutlich mehr Betrieb.

Apropos Mittag, schön langsam knurrte uns der Magen. Also schnell rein ins Auto und ab nach Miami Beach. Leo stimmte während der Fahrt „Schneeflöckchen“, „St. Martin“ und andere Sommerklassiker an.  Dort hatte es uns bei unserem letzten Besuch ordentlich verregnet. Doch heute war das Glück auf unserer Seite. Sonnenschein und circa 30 Grad. Nachdem wir fast den letzten 30 $-Parkplatz in einem Parkhaus am Strand ergattert hatten machten wir noch einen Stop in einem 50er-Jahre-Diner. Das hatte sich Bianca für den diesjährigen Urlaub gewünscht. Mit den klassischen roten Sesseln und Milchshakes fühlten wir uns in die Fifties zurück versetzt.

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Anschließend ging es aber dann endlich zum Strand und ins Meer. Leo war sofort begeistert. Sowohl vom Strand wie auch vom Wasser mit den brechenden Wellen. So sehr, dass sie gar nicht mehr gehen wollte. Zwar mussten wir noch neue Kleidung kaufen, da sie komplett nass wurde aber ihre leuchtenden Augen und das glückliche Lachen war jeden Dollar wert. Nach einer Dusche und dem Kleidungswechsel spazierten wir den Ocean Drive auf und ab. Leo balancierte und turnte, wir genossen die Sonnenstrahlen. Und das während bei uns zu Hause richtig viel Schnee liegt. Egal ob beim Beach Volleyball, Inline-Skaten oder bei den Kraftübungen, hier zählt die Selbstdarstellung.

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Leo ließ sich von den Inline-Skatern sogar kurz soweit ablenken, dass es einen kleinen Sturz und ein aufgeschrammtes Knie gab. Da sie so etwas sonst eigentlich nie hat, war der Abend dann noch mit viel Humpeln und Aua-Salbe verbunden. Morgen ist es aber bestimmt wieder gut.

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Wir nutzten die Zeit bis zum Sonnenuntergang um uns zu entspannen und Leo für einen kurzen Schlaf. Als der Ocean Drive seine Beleuchtung anschaltete und die Party in den Straßencafes schön langsam begann, genossen wir den Ausblick noch einmal vom Auto aus und fuhren zurück zum Auto.

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Morgen steht gleich der nächste Tierpark auf dem Programm, den man dieses Mal vom eigenen Auto aus erkunden kann und anschließend wird Rainers Kreditkarte in Sawgrass Mills mal wieder etwas leiden müssen. Genügend Koffer haben wir ja jetzt.

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