29.12.2009 – Los Angeles

Nachtrag zu gestern, Bericht von heute (Sightseeing LA + Lakers vs. Golden State) folgt …

iFly Hollywood klein

Am Tag nach Biancas Ausflug in die Luft, bekam sie deutlich zu spüren, warum sie der Flugtrainer vor Muskelkater gewarnt hatte. Kein Wunder wenn vier Minuten die Arme nach hinten gerissen werden und man dagegen andrückt. Dieses Erlebnis war es aber allemal wert.

Da Rainer von Deutschland aus den Flug auf 21 Uhr reserviert hatte und wir mit dem Park schon schneller fertig waren, musste er Biancas steigende Nervosität ertragen während wir vor dem Lufttunnel auf den Beginn der Einweisung warteten. Als uns der Mann vom Empfangsschalter erklärte, dass sie etwas mit den Reservierungen durcheinander gebracht haben und Bianca jetzt erst später fliegen könnte, handelte Rainer als Entschädigung eine kostenlose DVD vom Flug heraus.

Kurze Zeit später durfte Bianca dann auch mit einer anderen Gruppe in den Vorraum, in dem ein Film mit den ersten Erklärungen gezeigt wird. So kommunizieren der Flugtrainer und der Steuermann des Luftzuges mit verschiedenen Handzeichen mit dem Fliegenden, zum Beispiel für „Beine anwinkeln“, „Kopf anheben“ und „Relaxen“.

Anschließend ging es im nächsten Raum zum Einkleiden. Ein sexy Ganzkörperanzug für Fallschirmspringer, eine Brille und ein Helm sind Pflicht, ebenso das man wirklich jeden Schmuck entfernt oder zumindest mit Tape umwickelt. Nachdem auch die Ohrstöpsel drin waren, konnte es losgehen.

Da die Familie, die mit Bianca die ersten Einweisungen bekommen hatte, zu zwölft war, durfte sie ganz alleine starten und die Familie musste im Warteraum abwarten. Am Eingang des Tunnels springt man dann mit überkreuzten Armen wie vom Springturm auf den Luftstrom, breitet dann ganz schnell die Arme aus und schon wird man getragen, ein Wahnsinnsgefühl und unbedingt zu empfehlen. Der Luftstrom kommt mit über 100 Meilen von unten auf einen zu und ist damit schneller als man hier auf der Autobahn fahren darf. Man hat zwar seine Gesichtsmimik nicht mehr ganz im Griff bei dem Gegenwind und von dem dröhnenden Lärm bekommt man irgendwann Kopfschmerzen aber wenn man mit Hilfe des Trainers weiter hoch fliegt, macht einem das auch mit Höhenangst super viel Spaß, denn erstens bekommt man die Höhe so gar nicht wirklich mit und zweitens ist der Adrenalinschub groß genug um trotzdem zu grinsen oder es zumindest mit wackelnden Backen zu versuchen. Man wird durch diesen Tunnel nach oben und unten getragen oder wird vom Trainer gedreht bzw. drückt sich von der Wand ab oder lenkt mit den Armen. Nach zweimal zwei Minuten war es dann auch schon vorbei und die Trainer klatschen einen ab und loben dich ganz viel wie toll man das gemacht hat. Kurz noch schnell ein Foto ausgesucht, die DVD mitgenommen und ab zum Crepé essen, das hatte sich mein Magen verdient.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf um die Stadt der Engel zu erkunden. Ausgangspunkt war der Walk of Fame mit den Stars und Sternchen am Boden. Direkt zwischen dem Kodak Theatre, dem Austragungsort der Oscar-Verleihungen und dem Chinese Theatre, vor dem die berühmten Hand- und Fußabdrücke gemacht werden, lag das zweite Hard Rock Café der Stadt.

Auf dem Walk of Fame verdienen sich viele Einwohner ihr Geld damit als Fotostatisten für die Touristen zur Verfügung zu stehen, so gab es zum Beispiel Spiderman oder Sponge Bob zu bestaunen. Auf der gegenüberliegenden Seite findet man ein Hooters und ein kleines Disney Geschäft, vor dem die Sterne von Donald Duck und Winnie Pooh liegen.

Hier stiegen wir in unseren  Sightseeing Bus ein, der uns durch diese riesen Stadt führen sollte. Hätten wir alle drei Einzelstrecken durch gezogen, wären wir auf circa 8 Stunden Busfahrt gekommen, wir beschränkten uns aber auf die Teilbereiche Hollywood, Beverly Hills und Santa Monica. Der erste Teil führte uns vom Walk of Fame Richtung Beverly Hills, der Luxusgegend von Los Angeles, die jeder aus amerikanischen Filmen oder Serien wie „Der Prinz von Bel Air“ kennt.

Die Tour fand in einem ausgemusterten englischen Doppeldecker statt. So wurden wir nicht nur ordentlich durch geschüttelt, Bianca bekam sogar die Rücklehne der Vorderbank auf die Knie als diese aus der Verankerung fiel und auch mit der Gangschaltung hatten die Fahrer beim Berganfahren so ihre Probleme.

Nach den Palmenalleen fuhren wir durch den Rodeo Drive, die Luxusshoppingmeile in der Geschäfte wie Prada, Gucci und Louis Vitton auf ein etwas anderes Kundenklientel als uns warten und zum Beispiel Drehort von Pretty Women war. Nach einem kurzen Wechsel auf die andere Linie Richtung Strand, mussten wir wieder mal fest stellen, dass die Amerikaner zwar Weltklasse im Warten in einer Schlange sind aber sie es mit Zeitplänen und Pünktlichkeit eben nicht so haben wie die Deutschen.

Hier ist es teilweise einfach nur Glück ob man den Anschlussbus bekommt, errät wann der nächste geht oder einfach gar nicht weiß wo der Bus losfährt, weil er irgendwo aber nicht am Warteschild hält. Wir bekamen nach kurzer Wartezeit den richtigen Bus und fuhren weiter Richtung Pazifik. Am Steg der auch im Film „Forrest Gump“ eine wichtige Rolle spielt, hielten wir an und konnten in der warmen Sonne am Strand entlang flanieren. Auf dem riesigen Steg ist der Santa Monica Pier Vergnügungspark mit Achterbahn, Karussell und Auto Scooter unter gebracht und natürlich zahlreichen Verpflegungsmöglichkeiten. Der Ausblick auf den Strand und den Pazifik ist gigantisch und sehr entspannend. Am Venice Beach selbst tummeln sich die Surfer oder die einheimischen Familien beim Sandburgen bauen.

Der anschließende Rest der Sightseeing-Tour führte uns zum Beispiel durch die Melrose Ave in der auch das erste Ed Hardy Geschäft von Christian Audigier liegt und vorbei am Farmers Marktet einem alten Bauernmarkt mit zahlreichen kleinen Geschäften. Zurück am Walk of Fame nahmen wir die Metro Richtung Downtown Los Angeles. Dort gibt es unter anderem die Walt Disney Concert Hall zu bestaunen oder China Town. Da es aber bereits dämmerte und noch ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung stand entschieden wir uns, dass China Town in San Francisco zu bevorzugen und fuhren weiter Richtung Staples Center.

Hier fand heute die Partie der Los Angeles Lakers gegen die Golden State Warriors aus Oakland statt. Genauso wie der Verkäufer im Hard Rock Cafe gingen wir von einer deutlichen Partie zu Gunsten der Lakers aus, wurden später aber eines Besseren belehrt. Am Eingang zur Halle muss man durch einen Sicherheitscheck wie beim Flughafen mit Metalldetektoren. Da wir aber schon etwas früher am Stadion waren und dies bereits für das Vorspiel der zweiten Mannschaft geöffnet war (Ha-Ho-Höre-Lakers Amateure *G*), mussten wir nicht lange warten.

Innen gab es dann erst einmal den obligatorischen Hot Dog, ein paar Erdnüsse dazu und ab zum Fanshop. Eigentlich wollte sich Bianca hier ein T-Shirt kaufen, bei einem Preis von 50 $ überlegte sie es sich aber noch einmal anders, der große Schaumstoffinger war aber Pflicht.

Von unseren Plätzen im Oberrang hatten wir einen super Ausblick, die Stühle hätten aber gerne auch etwas mehr Platz bieten können. Vor Anpfiff wurde natürlich die Nationalhymne gesungen, bei der die ganze Halle in den Farben der Flagge bestrahlt wurde, anschließend gab es noch eine Lichtershow auf einem Stofftunnel der von der Anzeigentafel gelassen wurde mit Bildern aus der bisherigen Saison und Weihnachtswünschen. Überraschenderweise war im Gegensatz zum Football bereits fast die ganze Halle gefüllt und fast alle blieben während des Spiels sitzen, so zum Beispiel auch Nicole Ritchie mit ihrem Mann und John Mcenroe, der ehemalige Tennisspieler, die auf den besten Plätzen direkt am Feld saßen.

Das Spiel selbst war spannend und sehr ausgeglichen, keine Mannschaft konnte sich bis kurz vor Schluss absetzen. Den entscheidenden Unterschied zum Sieg der Lakers machte ihr Star Kobe Briant, der alleine gut ein Drittel der Punkte erzielt hatte und auch bei jedem Ballkontakt von den Fans gefeiert wurde. Rainer begann sich ein bisschen für die Sportart zu begeistern und bei Bianca wurden alte Erinnerungen an ihre Zeit als Basketballspielerin wach. Die Lakers haben sogar eine eigene Blaskapelle im Oberrang, die in den Pausen spielt. Während der Partie sind die zwar leise, dafür werden ununterbrochen Trommeln, Tröten oder Glocken eingespielt die zum Mitklatschen und Mitsingen animieren sollen.

Alles in allem ein super Erlebnis in einem schnellen und spannenden Spiel und eine wirklich schöne Halle, in der Rainer den gleichen Waschlappen, nur dieses Mal mit Lakers Logo, wie im Football gewonnen hat, weil er im Gegensatz zu Bianca bei einem Werbespielchen vor der Partie eben diesen in einen kleinen Korb getroffen hatte.

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