12.01.2010 – Toronto (1)

Nachdem wir gestern die Mitte zwischen Äquator und Nordpol erreicht hatten, ging es heute wieder zurück Richtung Süden und somit Richtung USA. Zuerst stand aber noch eine kanadische Stadt auf unserem Plan. Nach einer vierstündigen Fahrt, auf der Rainer sich nach endlosen Strecken geradeaus, durch teilweise neunspurige Highways gekämpft hatte kamen wir im Zentrum von Toronto an.

In unserem Zimmer im Metropolitan Hotel, das wieder nur wenige Gehminuten von den Highlights der Stadt entfernt liegt, fanden wir das bisher kleinste Bett vor, denn zu zweit teilen wir uns für die nächsten zwei Nächte ein Queen-Size-Bett, das ungefähr den deutschen 1,40 Meter-Betten entsprechen dürfte. Und das, nachdem wir in Montreal noch gescherzt hatten, dass wir bald eine Leiter für das Zubettgehen benötigen werden, nachdem wir uns in der Höhe des Bettes von Hotel zu Hotel gesteigert hatten und dort die Matratze des King-Size-Bettes schon bis Biancas Hüfte reichte. Bianca überlegt schon, wie sie so ein Riesenbett mit einer sehr dicken Matratze in unser noch gar nicht so altes Schlafzimmer zu Hause schmuggelt.

Sonderlich lang hielten wir uns jedoch nicht im Zimmer auf, schließlich wartete bei blauem Himmel und minus drei Grad eine neue Stadt auf uns. Also auf zu Fuß Richtung Hard Rock Cafe, das im Gegensatz zu dem kleineren Cafe in Ottawa leider nur die Standard-T-Shirts zu bieten hatte und erstmal Mittag gegessen. Rainers Burger konnte nicht wie bestellt Medium gebraten werden, da es laut der Bedienung die Vorschrift der Stadt ist, dass alle Burger ganz durch gebraten sein müssen, für Bayern3-Hörer: „Again what lerned“…

Da der Manager des Hotels am Tisch neben uns saß, wurden wir äußerst freundlich bedient und sowohl der Angestellte der uns den Tisch zuwies als auch unsere Bedienung haben uns jeweils ihre Lebensgeschichte erzählt. Als der Manager dann mitbekam, dass wir schon das ein oder andere Cafe besucht haben, kam dieser auch noch an unseren Tisch und erzählte aus seiner Zeit als Manager des Hard Rock Cafe Amsterdam. Besonders positiv war ein Tablett der Bedienung das sie nach dem Essen zum Tisch brachte auf dem jeweils ein Beispiel der Desserts vorbereitet war, wie Creme Brule, Schokokuchen oder Rainers Favorit, der Erdbeer-Käsekuchen im kleinen Glas.

Da es mittlerweile schon Nachmittag war, brachten wir nur kurz Rainers neu erworbenes T-Shirt und Biancas Coffee-to-go Becher ins Hotelzimmer und machten uns auf Richtung Air Canada Center, dem Austragungsort der Eishockey-Partie Toronto Maple Leafs gegen Carolina Hurricans, für das wir heute Abend Tickets hatten. Um dort hin zu gelangen, nutzten wir die unterirdischen Verbindungen zwischen den Hochhäusern, die wie schon in Montreal eine zweite Stadt mit zahlreichen Geschäften ergeben.

In München wäre es sicherlich auch angenehm, wenn die komplette Fußgängerzone unterkellert wäre. An der Halle, die direkt über dem unterirdischen Hauptbahnhof liegt, konnten wir uns die Wartezeit mit lustigen Spielchen wie Air Hockey vertreiben und bekamen noch ein kostenloses Fan-T-Shirt geschenkt.

An unseren Plätzen mussten wir dann feststellen, dass „sichtbehindert“ hier wirklich bedeutet, dass man Teile des Spielfeldes nicht sieht. Biancas Platz lag direkt am Mauervorsprung des VIP-Balkones, der ihr die Sicht auf das halbe Spielfeld verdeckte, Rainer konnte wenigstens beide Tore sehen. Da das Spiel zwar ausverkauft war, aber nicht alle Zuschauer auch ins Stadion kamen, konnten wir noch etwas aufrutschen und hatten so freie Sicht auf das Eis und hatten nur halb so viel für die Karten gezahlt wie unsere Sitznachbarn, die extra vier Stunden Fahrt für dieses Spiel auf sich genommen haben. Unglaublich dass es Leute gibt, die nur für ein Sportereignis stundenlang im Auto sitzen 😉

Vor der Partie wurde die amerikanische und die kanadische Hymne gespielt. Ein bisschen Gänsehaut verursacht es schon, wenn ein ganzes Stadion inbrünstig die Hymne mitsingt. Den kurzen Verhaspler der Sängerin bei der US-Hymne, der uns ein wenig an Sarah Connors Fehler mit „brüh im Glanze“ erinnerte, fand dann aber auch so ziemlich jeder im Stadion lustig.

Das Spiel selbst plätscherte etwas vor sich hin und war nicht ganz so aggressiv wie das Spiel der New York Rangers vor ein paar Tagen. Als es kurz vor Schluss 2:2 stand, hatte Rainer die Hoffnung ein Penalty-Schießen sehen zu dürfen. Da die Maple Leafs aber auch das letzte Power-Play nicht nutzen konnten, das 2:3 kassierten und dann noch den Torwart heraus genommen haben, fiel auch noch Tor vier für die Gäste und die leicht unzufriedenen Heimfans machten sich wieder auf den Heimweg durch die unterirdischen Gänge von Toronto.

Wir waren eigentlich ganz zufrieden, denn immerhin konnten wir einige Tore sehen. Hätten wir heute das Derby im Madison Square Garden der Rangers gegen die New Jersey Devils gesehen, hätten wir sowohl in der regulären Spielzeit als auch in der Nachspielzeit kein einziges Tor erlebt und auch in der Verlängerung des Penalty-Schießen nur einen Treffer für die Devils, da war uns dieses Spiel schon lieber.

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