18.01.2011 – Key West

Ein bisschen verschlafen quälten wir uns heute Morgen aus dem Bett. Die Laune steigerte sich aber spätestens nach dem Frühstücks-Baguette von Subway schlagartig, denn heute würde ein warmer Tag werden. Bis zu 30 Grad für Südflorida, und genau dahin ging es für uns.

Auf dem Plan stand Key West. Die Keys sind eine Inselansammlung südlich der Spitze von Florida. Da wir jetzt nicht wirklich von Insel zu Insel fliegen oder gar schwimmen wollten, nutzten wir die beste und schönste Verbindung zur letzten Insel. Von Key zu Key sind Brücken gebaut worden. Immer über oder entlang des blauen oder türkisen Wassers mit atemberaubender Aussicht. Dazu blauer Himmel, günstig erschwingliche Villen und faszinierende Pflanzen und Vögel. So fährt man gerne zu einem Aussichtspunkt. Besonders schön war die 7-Mile-Bridge. Wie der Name schon sagt, ging die Brücke einige Kilometer über das Wasser, in dem die Sonne glitzerte. Die letzte Insel ist Key West, besonders berüchtigt für den einmaligen Sonnenuntergang.

Zuerst suchten wir uns einen Parkplatz und nahmen glaub ich den teuersten der ganzen Stadt, direkt auf der Haupteinkaufsstraße. Aber mei, die 20 Euro für ein Tagesticket sind jetzt auch schon egal 😉

Als wir aus unserem gut klimatisierten Auto ausstiegen, konnten wir es erst gar nicht glauben. Ungefähr 25 Grad und das früh morgens, natürlich mit Sonne pur kombiniert. Im Laufe des Tages wurde es dann übrigens noch ein Dreier ganz vorne. Zuerst einmal hieß es orientieren und so gingen wir die Marktstraße entlang, wo sich ein Souvenirgeschäft an das nächste reihte. Und nein, zumindest vormittags haben wir da nichts eingekauft…

Naja fast, denn zufälligerweise liegt mal wieder an einem der schönsten Flecken ein gewisses Cafe. Und das ist ab heute Biancas absolutes Lieblingscafe! Sonne, Palmen, ein altes Kolonialhaus mit Terrasse und der Shop war in einem Holzkiosk seitlich angebracht. Da steigt die Sommerlaune automatisch um ein paar Grad…  Die Kellnerin war dann auch so freundlich uns den Weg zu unserem nächsten Ziel zu erklären. Tja, hätten wir mal nicht auf sie gehört, denn bei steigenden Temperaturen brachte sie uns einen halbstündigen Umweg in der prallen Sonne ein und das alles zu Fuß. Irgendwann gab Bianca auch auf und zog die Schuhe aus. Blasen lassen sich barfuß gleich viel besser ertragen. Irgendwann fragten wir dann bei einer Pforte zu einer Militärbasis noch einmal nach und bekamen schließlich einen Stadtplan und die richtige Wegbeschreibung. Ein bisschen erledigt waren wir dann schon, als wir endlich am Ziel ankamen: Dem südlichsten Punkt der kontinentalen USA.

Der Southernmost Point ist mit einer riesen Boje markiert. Rainer ließ es sich nicht nehmen und probierte eine frisch gebohrte Kokosmilch. Von hier aus sind es übrigens nur noch 90 Meilen bis Kuba, rüber sehen konnten wir aber leider nicht. Zurück gingen wir dann den richtigen Weg, wäre eigentlich gar nicht so schwer gewesen. Als zweites besuchten wir das Ende bzw. den Anfang des Highway Nr. 1. Den gleichnamigen, aber natürlich ganz woanders liegenden Highway Nr. 1 waren wir bereits von San Francisco aus ein Stück gefahren und er führt entlang von wunderschönen Küstenstraßen. An einer eher unscheinbaren Kreuzung hatten wir nach den zwei Ausgangspunkten der Route 66 also auch den Ausgangspunkt dieser Straße gesehen.

Schön langsam wurde es Zeit, dass wir uns Richtung Alten Hafen aufmachten. Also noch kurz aus dem Auto unser Schwimmzeug geholt und schon konnte es losgehen. Für heute hatte Rainer von zu Hause aus Schnorcheln gebucht.

Mit einer Gruppe von ungefähr 10 Leuten ging es rauf auf das Schiff. Auch hier warnte uns der Trainer vor starkem Wellengang aber was sollte uns schon schocken, nachdem wir das Jetskifahren überlebt hatten.  Auf der Fahrt zum Korallenriff kamen wir an der Majesty of the Seas vorbei. Unser Schiff hatte gestern also gleich wieder abgelegt und dieses Mal eine Tour über Key West auf dem Plan. Nach ungefähr 20 Minuten schaukelnder Fahrt, legten wir an einer Boje im offenen Meer an. Unter uns befand sich ein Korallenriff das es nun zu erkunden galt. Für uns beide war es das erste Mal, dass wir schnorchelten und auch Taucherfahrung hatten wir bislang keine.

Bianca war aber schon mal erleichtert, dass sie nicht in ihre Brille spucken musste, sondern eine Flasche mit Babyshampoo zum Sprühen bereitstand. Dann nur noch Brille aufsetzen, Schnorchel in den Mund, die Flossen angezogen und rein ins Wasser. Und das Meer hatte so 22 Grad Wassertemperatur, was also wirklich in Ordnung war. Mit einer kurzen Unterbrechung weil Bianca eine kleinere Brille benötigte waren wir circa 40 Minuten im Wasser. Und es war wirklich beeindruckend. Vielleicht nicht mit der Artenvielfalt in anderen Gewässern oder gar mit tauchen vergleichbar. Aber für unser erstes Mal war es total beeindruckend. Blaue, gelbe, große, kleine, gestreifte oder bunte Fische, von allem war etwas dabei. Mit der Einmalkamera und unserer Digicam im Unterwassergehäuse machten wir ziemlich viele Bilder. Am schönsten war aber das Treibenlassen und gucken auch wenn der Wellengang schon stark war.

Bei der Rückkehr auf das Schiff machte Bianca den Fehler, ihre Maske zu früh abzunehmen und bekam eine volle Ladung Salzwasser ins Gesicht. Daraufhin ging es ihr nicht mehr ganz so gut und so verzichtete sie beim zweiten Zwischenstopp lieber auf einen erneuten Durchgang. Auf der Fahrt zum zweiten Stopp sahen wir sehr viele Schildkröten. Und nicht etwa so kleine Gartenschildkröten. Auf eine, die wir sahen hätte sich bequem unsere vier Jahre alte Nichte Emily drauf legen können. Da war der Kopf, der kurz aus dem Wasser schaute so groß wie normalerweise das ganze Tier, das es bei uns als Haustier gibt.

Am zweiten Halt, wollten unerklärlicherweise nur noch drei noch einmal ins Wasser, der Rest hatte sich bereits umgezogen. Die ganze Zeit über hatten die zwei Trainer und die anderen Teilnehmer über Quallen diskutiert und auch angeblich immer wieder welche gesehen. Beim ersten Halt hatten wir aber nur kleine, durchsichtige, die in eine Hand passten, gesehen. Beim zweiten Durchgang gehörte Rainer zu den dreien, die noch einmal ins Wasser gingen. Der Spaß dauerte aber nicht lang, denn eine Qualle wollte unbedingt mit ihm kuscheln und knuddelte sich an seinen Arm. Die Zuneigung beruhte aber leider nicht auf Gegenseitigkeit und so versuchte Rainer sie wieder loszuwerden, bevor Bianca noch eifersüchtig werden konnte. Tja, ein bisschen gekränkt von der Zurückweisung hinterließ sie ihm noch einen kleinen Denkzettel. So hatte Rainer nach dem kurzen Ausflug ins Wasser überall  rote Spuren, die eher aussahen wie Kratzer oder Sonnenbrand. Und genau so fühlte es sich wohl auch an. Wie starker Sonnenbrand auf dem man noch ein bisschen rumrubbelt. Rainer war aber ganz arg tapfer und gesellte sich ohne Weinen zu Bianca. Die anderen zwei Frauen hatten auch nicht sonderlich lange ihren Spaß im Wasser. Laut Trainer sind sie in einen Schwarm von Baby-Quallen gekommen, die ebenfalls leicht zickig reagiert hatten, waren wohl in der Pubertät.

Da niemand mehr Anstalten machte, noch einmal ins Wasser zu gehen, ging es zurück Richtung Key West. Mittlerweile ging auch die Sonne unter. Und wie es an jedem Tag in Key West ist, so verspricht es zumindest der Reiseführer, war der Sonnenuntergang wieder knallrot und sehr romantisch. Nachdem wir angelegt hatten, machten wir uns noch kurz auf, zu der Stelle wo täglich hunderte Touristen nur kommen um den Sonnenuntergang vom Ufer aus zu sehen.

Am Mallory Square sahen wir Gaukler an Gaukler,  wie zum Beispiel Feuerspucker. Die Uferpromenade war insgesamt sehr schön und mittlerweile hatten sich die Touristen auch wieder verlaufen. Rainer nutzte die Chance und probierte das Einheimischengericht schlechthin. Conch, paniertes Muschelfleisch, was wohl auch sehr gut schmeckte. Bianca beließ es überraschenderweise bei einem Hot Dog.

Da wir noch vier Stunden Fahrt zurück nach Miami vor uns hatten, machten wir uns gleich wieder auf Richtung Auto. Gut, zuerst wurden wir noch ein bisschen Geld in den Tourigeschäften los, muss halt sein.

Morgen geht es dann in Busch Gardens, ein riesiger Tierpark, schließlich wollen wir mal wieder Löwen sehen.

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