17.01.2011 – Everglades NP, Miami

Heute Morgen setzte der Kapitän den Anker im Hafen von Miami. Bevor wir die Majesty verlassen konnten, ging es für uns zunächst einmal zum Frühstücksbuffet. Die Zeit des Check-Outs ist hier klar geregelt und so konnten wir in aller Ruhe zum letzten Mal das leckere Essen genießen. Für wenig Geld bekommt man auf dieser Kreuzfahrt wirklich viel geboten.

Anschließend ging es in den Theatersaal, wo der Treffpunkt für unser Stockwerk zum auschecken war. Während unsere Koffer, die um Mitternacht vor unserem Zimmer abgeholt wurden, Richtung Fließband unterwegs waren, wurden wir mit Nachrichten auf Großbildleinwand, Kaffee und Keksen vertröstet. Dann aber war es endlich soweit und wir konnten das Schiff verlassen. Und die gesamte Wiedereinreise in die USA verlief überraschend problemlos. Ein freundliches „Guten Morgen“ und ein „Gute Reise“ des Zollbeamten und schon waren wir wieder in den Staaten. Gut, so richtig passen wir auch nicht in die Zielgruppe des Zollbeamten. Der hatte es eher auf Amerikanerinnen abgesehen, die die Steuerfreiheit der Bahamas für günstige Diamant, Schmuck oder Taschenkäufe nutzen wollten. Beim Verlassen des Schiffes liefen wir direkt gegen eine Wand aus schwüler und drückender Luft. Irgendwie lag ein Gewitter in der Luft. Lange merkten wir davon jedoch nichts, denn der Shuttle-Bus zur Autovermietung am Flughafen war auf gefühlte Minus 20 Grad herunter gekühlt…

Mit unserem neuen Mietauto kehrten wir Miami vorerst den Rücken und fuhren Richtung Everglades. Ein Nationalpark der komplett aus Sumpf besteht aber nicht minder schön ist als die steinigen Nationalparks in Utah.

Schon auf der Auffahrt zum Highway hatten wir die ersten Regentropfen auf der Windschutzscheibe und vor uns lag eine riesige dunkle Gewitterfront. Zuerst fuhren wir zur Alligator-Farm. Die Angestellte erklärte zwar, dass die Tiere sich nichts aus dem Regen machen würden und wir sogar die Airboat-Tour machen könnten. Bei mittlerweile stärkerem Regen und für 25 Euro war uns aber dann nicht danach, mit 50 km/h über den Sumpf zu jagen. Also wieder rein ins Auto und endgültig zum Eingang des Nationalparks.

Der Ranger erklärte uns, dass heute freier Eintritt war. Ob sie jetzt wegen des Wetters oder wegen dem heutigen Martin Luther King Feiertag auf die 10 Dollar verzichteten, wissen wir bis jetzt nicht, geweigert haben wir uns aber auch nicht. Wir fuhren direkt die erste Station für Touristen an, die Royal-Palm-Station. Von dort aus konnte man einen kleinen Wanderweg entlang durch die Sümpfe marschieren.

Da sich mittlerweile die Himmelsschleußen komplett geöffnet hatten, waren wir froh über unseren todschicken Regenponcho, den wir uns am Eingang gekauft hatten. Als wir ankamen, hatten wir die leise Hoffnung wenigstens einen Alligator aus der Nähe zu sehen. Und waren komplett überrascht. Hier lagen alle paar Meter Alligatoren im Wasser. Und zwischen Wasser und Weg war nicht etwa ein Zaun wie in jedem Tierpark. Nein teilweise, hätte man ein paar Schritte auf einem Streifen Wiese oder einer kleinen Böschung machen müssen um ihnen über das Maul zu streicheln. Irgendwie beängstigend und faszinierend zugleich.

Da man aber nicht täglich von Angriffen auf Touristen hört, sind die Tiere wohl an Menschen gewöhnt und immer recht gut gefüttert. Nicht nur die grünen langen Wasserbewohner haben uns faszinierend, in dem Park gibt es auch über 200 Vogelarten, von denen sich einige direkt am Eingang tummelten. Nach 10 Minuten drehten wir dann aber um, da am Himmel bereits Blitze zu sehen waren und auch kräftiger Donner nicht fehlte. Die Entscheidung war definitiv richtig, denn als wir am Kiosk ankamen brach ein sintflutartiger Regen los und überschwemmte alles.

Die Laune ließen wir uns davon aber nicht verderben. Wer einen der kältesten Tage aller Zeiten in Washington D. C. überlebt und einen der ganz seltenen Schneestürme über Atlanta durchgestanden hat, lässt sich von so einem Sommergewitter nicht vom Weg abbringen.

Bei der Rückfahrt waren auch die Straßen komplett überflutet aber am Horizont wurde es bereits heller. Irgendwann kamen wir dann doch in Miami an und konnten eine kurze Pause in unserem Hotel am Hafen einlegen. Aber da wir schön langsam Hunger hatten, wechselten wir nur kurz in trockene Kleidung und spazierten gleich weiter. Das Sommergewitter hatte mittlerweile auch etwas nachgelassen und so konnten wir problemlos über die Straße in das Vergnügungsviertel von Miami, Bayside,gehen. Wo wir Mittagessen waren, dürfte mittlerweile keinen mehr überraschen. Das HRC von außen erinnerte uns dieses Mal übrigens an eine Mischung aus UFO und Tupperschüssel. Abends, wenn hier gefeiert wird und die Schüssel beleuchtet ist, schaut es  aber bestimmt ganz toll. Gestärkt ging es kurz durch die Touristengeschäfte und wieder zurück zum Hotel. Gut, wir haben noch kurz was eingekauft aber wann kommt man schon mal nach Miami.

Nach einer etwas längeren Pause im Hotel machten wir uns wieder auf Richtung Auto. Dieses Mal war unser Ziel Miami Beach, insbesondere der Ocean Drive. Bei Sonnenschein tummeln sich hier die lustigsten Charaktere und es gilt „Sehen und gesehen werden“. Bei Ocean Drive hat man immer das Bild von teuren Autos, Models, Inline-Skater und Muskelmännern vor Augen. All das fehlte heute leider, auch wenn der Regen mittlerweile aufgehört hatte. Die Palmen und die circa 23 Grad Celsius entschädigten uns aber dafür. Nach einer kurzen Rundfahrt und einem Stopp beim Holocaust-Memorial fuhren wir auf die Interstate Richtung Fort Lauderdale. Wer jetzt kurz ins Stocken gerät, ja da waren wir bereits vor unserem Bahamas-Trip. Kleiner Tipp, dort liegt Sawgrass Mills, dass riesen Einkaufszentrum… Heute war aber leider nicht Shoppen angesagt, sondern Eishockey, dafür fährt man doch gerne noch einmal eine Stunde zurück.

Vor allem, wenn es nach zwei eher unspannenden Dritteln und einem Zwischenstand nach dem Zweiten von 0:0 urplötzlich dramatisch wird. Zuerst zogen die Florida Panthers auf 2:0 davon, ehe die Atlanta Trashers mit Superstar und letztjährigen Stanley-Cup-Gewinner mit den Chicago Blackhawks, Justin Byfuglien, ohne Keeper und mit 6 gegen 5 in den letzten beiden Minuten noch für eine Overtime und einen Sieg im Penalty-Schießen sorgten. Ein wunderschöner Abend …

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