26.06.2017 – Antelope Canyon, Lake Powell

Der Tag begann ruhig, denn Rainer hatte gestern die Devise ausgegeben: Es wird ausgeschlafen. Fast logisch, dass die gesamte Familie um halb 7 hellwach war, oder? Bianca nutzte daher die Zeit, die Koffer etwas umzusortieren. Wir haben nun zwei Koffer, die wir erst in Deutschland wieder öffnen müssen, darin steckt hauptsächlich die Dreckwäsche der vergangenen fast drei Wochen aber auch einiges an Papier und das eine oder andere Souvenir. Am Ende folgte die erfreuliche Meldung: Wir haben in den verbleibenden Koffern noch Luft. Fast logisch, da wir einiges an Milchpulver für Benny dabeihatten, das nach und nach weniger wird. Dennoch haben wir uns sehr gefreut, dass wir vielleicht zum ersten Mal keinen zusätzlichen Koffer kaufen müssen. Bravo, Bianca!

Gegen 10.30 Uhr hieß es dann aber „Aufbruch“, denn es ging zum ersten Event des Tages. Schon vor Monaten hatte Rainer einen Ausflug in den Antelope Canyon gebucht … und natürlich nicht irgendeinen, sondern den um 11.30 Uhr, bei dem man die Chance hat, die „Lightbeams“ zu sehen, die nur für gut 5-10 Minuten in den Canyon fallen, genau dann wenn die Sonne ideal steht. Natürlich waren wir -wie immer- zu früh am Treffpunkt, schafften es dadurch und mit dem Hinweis auf Benjamin, dass wir nicht auf die Ladepritsche des Shuttle-Fahrzeugs mussten, sondern vorne beim Fahrer im geschlossenen Teil des Wagens sitzen konnten. Recht angenehm, denn die ersten 10 Minuten der Fahrzeit ging es mit 55 Meilen die Hauptstraße entlang und die zweiten 10 Minuten fuhren wir, wie einst in Dubai bei der Wüstensafari, durch den staubenden Sand. Da war es innendrin schon angenehmer. Wie unsere Kinder auf das Geholper und Gepolter reagiert haben? Benny ist eingeschlafen und Leo hat gejubelt …

Am Canyon angekommen standen einige Fahrzeuge auf dem Parkplatz davor, schätzungsweise 20 dürften es gewesen sein, in unserem saßen 14 Personen. Rainer fragte sich erneut, ob es denn möglich sein würde, ein Foto ohne andere Personen darauf zu bekommen. Diese Sorge nahm ihm Oscar, der Führer schon bei der Begrüßungsrede. Die Tourguides organisieren das Ganze nämlich derart überragend, dass sie es schaffen jedem Touri an jedem Lightbeam-Spot die Möglichkeit zu geben, dass es so aussieht, als wäre man alleine dort. Das geht mit einigen schnellen Kommandos an die Gruppe, freundlichen Worten zu den anderen Gruppen und wenn es gar nicht anders geht, dann auch mal mit einem Faucher in Richtung des anderen Guides. Unserer jedenfalls war überragend, an den besonders schönen Stellen sammelte er auch mal die Handys ein, stellte die Belichtung ein, den Filter um und zog dann schnell mal ein Panorama von dem man nie zu träumen gewagt hätte. Entsprechend saftig fiel auch sein Trinkgeld von uns aus, das hatte er sich verdient. 

Trotz all der Hektik, die außenherum herrschte, hatten wir jederzeit das Gefühl ausreichend Zeit zu haben alles zu genießen, selbst nach dem Foto konnte man noch einen entspannten Blick werfen. Es war traumhaft schön, wenn ihr buchen wollt, Antelope Canyon Tours können wir wärmstens empfehlen! Die Wanderung durch den ca. eine 1/4-Meile langen Canyon dauerte ca. eine Stunde, wobei es langsam hin und schnell zurück ging. Es war unbeschreiblich schön, schaut Euch unten die Fotos an, dies ist eine Auswahl der ca. 300 Fotos die wir geschossen haben.

Anschließend entspannten wir uns bei John’s Texas BBQ in Downtown Page und machten uns dann auf dem Weg ins Hotel, kurz ausruhen bevor das Nachmittagsprogramm anstand. Gegen halb vier ging es wieder los, das Ziel lautete diesmal Antelope Point Marina. Erfreulicherweise sparten wir mit dem am Spiegel hängenden Jahrespass für die Nationalparks auch die Einfahrtsgebühr für die Marina und hatten so erneut 25 $ gespart. Als wir mitten in der Wüste einen Parkplatz gefunden hatten, traf uns erstmal der (Hitze-) Schlag. Heiße Luft wehte uns um die Ohren, knapp 43 Grad Außentemperatur wurde durch den über den heißen Sand wehenden Wind noch einmal heißer. Aber wir kämpften uns tapfer an die Anlegestelle des Schiffs, das uns über den Lake Powell fahren sollte.

Leona bekam im Shop eine neue Taucherbrille und wir kühlten uns etwas ab, bis wir das Schiff besteigen konnten. Die Kids mussten eine Schwimmweste anlegen und los gings … die Tour führte von der Marina in einen Seitenarm des Sees, der lustigerweise ebenso Antelope Canyon hieß wie unser Ziel am Vormittag. Auch dort hatten wir wunderbare Aussichten auf die Felswände, eigentlich unfassbar, dass bei Bau des Glen Canyon Damms diese traumhafte Landschaft einfach geflutet wurde. Seis drum, wir genossen eine Stunde wunderschöne Aussichten ehe es wieder an Land ging. Dort waren nun aber ca. 40 Höhenmeter zu bewältigen um zum Auto zu gelangen. Da der See aktuell nur 60% seiner ursprünglichen Füllung hat, liegt der neue Einsteigepunkt deutlich unter den ursprünglich geplanten Anlagen. Gut, wenn man jemand dabei hat, der seit Jahren faul ist und so den Blick für die einfachere Alternative hat: Rainer sah einen Punkt für den Shuttle Service und kurz darauf saßen wir auf dem Golf-Kart, das uns an den schwitzenden und schnaufenden anderen Touristen vorbei bis direkt zu unserem Auto fuhr. Cooler Service!

Den Abend ließen wir gemütlich ausklingen, ein kleiner Einkaufsbummel (im Koffer ist ja noch Platz) eine Pizza und noch ein kleiner Hüpfer in den Pool. So ging der Abend zu Ende. Morgen früh wird es dann stressiger, die längste Etappe des Urlaubs steht an. Einmal rund um den Grand Canyon, entlang der Route 66 und dann geht es nach Paradise City … Las Vegas wartet auf uns.

Ach ja, auch heute musste wir die Bilder aufgrund der lahmen Internet-Verbindung wieder in der Qualität reduzieren, wir bitten das zu entschuldigen.

next

2009/10, 2011, 2014/15 und 2017