23.06.2017 – Beaver

„Der Weg ist das Ziel“ könnte die Überschrift des heutigen Tages lauten, denn heute galt es lediglich etwas Strecke zu überwinden, damit wir morgen im Lauf des frühen Nachmittags Page in Arizona erreichen können. Doch so ganz ohne nennenswerte Erlebnisse haben wir den Tag natürlich auch nicht verlebt.

Am Morgen gönnten wir uns ein bisschen Heimat in der Fremde und besuchten eine deutsche Bäckerei unweit unseres Hotels in Salt Lake City. Dort gab es alles, was uns ein wenig fehlt. Vernünftiges Brot, knusprige Semmeln sowie Brezen in sämtlichen Ausführungen. Also packten wir Brezensemmeln, Brezenbaguettes und sogar Krapfen in die Einkaufstüte, dazu auch eine Dose original Paulaner Spezi und ein Überraschungsei für Leo. Die anderen Angebote wie Spreewaldgurken oder Meica Würstchen aus dem Glas ließen wir im Regal stehen, übertreiben muss man es ja auch nicht. Auch Benny freute sich über eine Breze zum lutschen, fast so lecker wie bei Biancas Mama.

Anschließend machten wir uns auf dem Weg in Richtung Süden. Und das bedeutet auf der Interstate 15 immer Richtung Las Vegas. Doch wir verließen die Straße schon bei Spanish Fork wieder, denn Rainers Internetseite „Roadside America“ hat hier einen Stopp empfohlen, der mit Amerika und insbesondere mit der hier in Utah vorherrschenden Glaubensrichtung mal so gar nichts zu tun hat, wir fuhren zum indischen Lotus Krishna Temple. Nicht etwa da Rainer Sehnsucht nach Indien hatte, sondern weil der Tempel schön anzusehen war und auch nicht so weit von der I-15 entfernt liegt … na ja, zumindest nicht dann, wenn man gleich die richtige Adresse ins Navi eingibt. Nach einer kurzen Irrfahrt fanden wir auf dem zweiten Bildungsweg den Tempel und auch dort ging es nach einer kurzen Besichtigung gleich weiter.

Das nächste Ziel ergab sich zufällig und kurzfristig, Rainer hatte nämlich einen Wegweiser in Richtung „Benjamin“ entdeckt … und da auch diese Stadt nicht weit entfernt war, mussten wir natürlich dort hinein. Na ja, Stadt war ein wenig übertrieben, Ort ist die richtige Beschreibung. Leider gab es kein Ortsschild zum fotografieren, also ging es zurück an das vorher entdeckte Highwayschild und nach einem kurzen Spaziergang die Autobahnausfahrt hinauf hatte Rainer auch das gewünschte Foto im Kasten.

Danach aber führte der Weg direkt zum heutigen Tagesziel, das sich schlicht und einfach dadurch qualifizierte, dass es a) genau zwischen Salt Lake City und Page liegt und b) ein kostengünstiges aber sauberes Hotel zu bieten hat. Also willkommen in Beaver, Utah. Hier gibt es eine Interstate-Ausfahrt und diverse Fast-Food-Läden sowie Tankstellen, einige günstige Hotels und ein Schwimmbad im Stadtzentrum. Dieses machten wir unsicher, 10 $ Eintritt für uns vier ist praktisch hinterher geschmissen also plantschten wir und kühlten uns ein wenig ab, denn heiß war es auch wieder. Leo sprang glücklich vom Sprungbrett, übte fleißig mit der geliehenen Schnorchelbrille tauchen und schafft schon zwei Purzelbäume am Stück ohne Luft zu holen. Zwar war es nur ein kleines Schwimmbad mit Babybecken aber bei den sommerlichen Temperaturen sind wir trotzdem über jede Abkühlung froh und wollen nicht im Zimmer sitzen bleiben.

In der Ferne lodern sogar einige Waldbrände, die Rauchsäulen kann man von unserem Hotel aus deutlich sehen. Morgen werden wir wohl recht nah daran vorbeifahren, die Interstate ist aber nicht betroffen, wie ihr auf der Karte unten sehen könnt. Und auch vom Hotel ist der Brand weit genug entfernt.

Nach dem Planschen setzten sich Benny und Rainer auf die Wiese vor dem Schwimmbad und schauten dem Mädchen-Softball-Team von Beaver bei ihrem Heimspiel zu … wer jemals schon über Frauenfußball geschimpft hat, sollte sich das hier anschauen. Sicherlich wird es auch danach weiterschimpfen, sich aber auch daran erinnern, dass es noch viel schlimmer sein könnte. Die Eltern der gegnerischen Mannschaft, die in ihren Hurricanes-Fanshirts jede Bewegung bejubelten, sehen dies allerdings anders. Bianca und Leona nutzten die Zeit sinnvoller, sie gingen auf den benachbarten Riesen-Spielplatz, der eine ganze Schule bespaßen könnte, so riesig war der. 

Dann rief der Hunger. Da uns Wendy’s nicht sonderlich gefiel und Denny’s noch geschlossen hatte, landeten wir bei Carls Jr., Rainer fand dies eine der größten Ideen jemals, Bianca jetzt nicht ganz so. Lag wohl daran, dass Bianca nicht den unfassbar leckeren Baby Back Rib-Burger hatte. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen … von unten nach oben: Burger-Semmel, BBQ-Soße, Speck, Hamburger, Zwiebeln, Hamburger, ausgelöstes Spareribs-Fleisch, Burger-Semmel. Da läuft einem beim Schreiben des Textes schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Man hätte aber auch trockenes, überwürztes Hühnchenfleisch bestellen können 😉 Gut, für die schlanke Linie sicherlich förderlicher …

Im Anschluss ging es ab ins Hotel, denn die Kinder brauchten etwas Pause und eine Mütze voll Schlaf und morgen geht es dann nach dem Frühstück gleich in Richtung Page, dort steht die Wanderung zum Horseshoe Bend an … bei den angesagten Temperaturen sicherlich mit viel Wasser im Gepäck. Leo wird jedenfalls bald wieder in ihre selbstgebaute Koffer-Decken-Matratzen- Höhle wandern. 

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