20.06.2017 – Grand Teton NP, Jackson

Dass wir den Yellowstone Nationalpark überragend fanden, dürfte jeder kapiert haben, der die letzten Tage aufmerksam gelesen hat. Nach dem Aufstehen ging es nach einem entspannten Frühstück auf der Terrasse unserer Blockhütte wieder hinein in den großartigen Park, heute aber diente er nur als Zufahrtsstraße für sein Südende, dort schließt sich nämlich direkt der nicht minder geniale Grand Teton Nationalpark an. 

Man möchte ja meinen, dass man, wenn man gebürtig aus Oberbayern stammt, schon mal Berge gesehen hat und jetzt davon nicht so leicht zu beeindrucken ist … aber der Grand Teton NP hat es dann doch geschafft. Er hat sich aber auch alle Mühe gegeben. Noch im Yellowstone haben wir einige Bisons gesehen, na gut eigentlich war es eine Herde von ungefähr 100 Tieren. Kaum die kontinentale Wasserscheide passiert, standen einige Rehe auf der Wiese und nachdem wir den Grand Teton erreicht hatten, zeigte sich auch noch ein junger Schwarzbär am Straßenrand, der sich gerade über eine Pflanze hermachte.

Danach schossen die Gipfel der Bergkette der Cathedral Group aus dem Boden und als wären diese nicht beeindruckend genug, hat Mutter Natur einen See davor gelegt in dem sie sich bei herrlichstem Wetter spiegelten. Erneut ein Naturwunder bei dem wir einfach nur dankbar sind, es erleben zu dürfen. Über den Jenny Lake Scenic Drive verließen wir den recht kleinen Nationalpark wieder in Richtung Jackson Hole, einem Skiort der sich im Sommer zur Westernstadt herausputzt und die üblichen Souvenirs vertickert, die wir auch in Cody, Bozeman, West Yellowstone und Co. erworben haben. Daher ging es für uns erst einmal zum Snow King Mountain. Auch dieser Berg ist eigentlich ein Skigebiet doch auch die haben sich für den Sommer etwas einfallen lassen und zwei Sommerrodelbahnen auf den Berg gezimmert. Natürlich waren die nicht vor Leona und Rainer sicher. Während Bianca, gemütlich im Schaukelstuhl sitzend, Benny fütterte zog es die beiden zuerst auf den Cowboy Coaster. Hier steigt man im Tal auf seinen Schlitten auf, wird nach oben gezogen und ab geht die wilde Fahrt. Wer Leo, den kleinen Adrenalinjunkie kennt, weiß genau, dass sie oben auf dem Berg die Arme nach oben gerissen hat und Papa genau eine Anweisung bekam: Vollgas.

Wieder unten angekommen, war die kleine Maus begeistert aber noch lange nicht fertig mit dem Berg, denn da war ja auch noch der Alpine Slide, die Sommerrodelbahn in der weißen Röhre. Also hoch mit dem Sessellift, ordentlich gemeckert, dass der voooolllll langsam fährt und oben schnell zur Bahn gelaufen. Dort braucht ihr ja nicht zu glauben, dass sie wie ein Baby zusammen mit Papa fahren wollte, die kleine Maus wollte einen eigenen Schlitten. Also gingen die beiden in die parallel verlaufenden Röhren und starteten das Rennen. Oben schien noch die Sonne und alles lief gut … in der Mitte donnerte dann allerdings ein plötzliches Gewitter los und es regnete. Dumm nur, dass die Bremsen der Sommerrodelbahn-Schlitten im Nassen nicht greifen … also wurde es etwas schneller als ursprünglich geplant und Papa wurde bei dem Gedanken, was passieren könnte, ziemlich schlecht. Leo machte es aber klasse, nutzte die wenigen trockenen Stellen zum Bremsen und kam so heil unten an.

Da wird nun alles auf dem Berg gesehen hatten, ging es in die Stadt. Rainer hatte da nämlich noch einen Ort auf der Rechnung, den er schon sehr oft im Internet gesehen hat: Die Hauptkreuzung von Jackson Hole. Die ist nämlich ein Internet-Star, über den auch schon die Bild-Zeitung berichtet hatte. Dies liegt an einer Webcam, die die eigentlich unspektakuläre Kreuzung zeigt, da die Cam aber mittlerweile bekannt ist, wird von den Besuchern allerhand Blödsinn gemacht, so um die 100 Leute schauen sie eigentlich immer an. Wer auch mal reinschauen will, hier ist sie zu finden: Webcam.

Natürlich haben wir uns live (na ja, ca. 20 Sekunden zeitversetzt) über die Straße gehen sehen und wir waren auch in der Pizzeria von deren Terrasse aus die Webcam läuft. Rainer fühlte sich, als wäre er schon einmal da gewesen. In der Zeit in der Pizzeria rauschte auch der zweite Gewittersturm über die Stadt. Als wir gingen, waren Straßen und Rasen aber schon wieder trocken, so dass wir es uns im Stadtpark mit einem Eis gemütlich machen konnten. Leo nutzte das schöne Wetter und den schattigen Park zum spielen und toben, während Benny auf allen Vieren im Gras saß und begeistert die Grashalme ausrupfte. 

Anschließend folgte die letzte Etappe des Tages, wir fuhren in unser Hotel, dem Cabin Creek Inn in Thayne. Es ist eigentlich gar kein Hotel, denn auch heute schlafen wir wieder in einer Blockhütte. Erfreulicherweise hat der Komplex auch einen Pool, so dass wir erst einmal das kühle Nass genossen, ehe wir im gegenüberliegenden Supermarkt unsere Getränkevorräte auffüllten. Denn in den kommenden Tagen wird es heiß, das Thermometer springt in den Orten, die wir besuchen werden auf knappe 40 Grad und teilweise auch darüber, da brauchen wir immer ausreichend zu trinken. Die Kühlbox steht auch schon bereit, ab morgen werden wir sie jeden Tag mit Eis füllen.

Zum Abendessen genossen wir heute erst einmal die Burger, die von den Kindern des Herbergschefs zubereitet werden und zwar in einem Foodtruck direkt auf der Straße vor dem Hotel. Die waren so unfassbar saftig und lecker, man hätte sich hineinlegen und darin herumwälzen wollen. Jetzt genießen wir den Abend auf unserer schattigen Terrasse. Leo nutzt den Vorgarten der Hütte fleißig zum Seilspringen und Rad schlagen üben während Benny schon im Land der Träume weilt.  Morgen geht es dann weiter in Richtung Salt Lake.

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