18.06.2017 – Yellowstone NP (1)

Früh am Morgen verließen wir Cody, denn es war uns allen klar, dass dieser Tag ein Besonderer werden würde. Yellowstone Nationalpark, alleine diese beiden Worte haben einen unglaublichen Klang und die Vorfreude war riesig. Und sie wurde nicht enttäuscht. Heute stand die Upper Loop Road auf dem Programm, im Gegensatz zu den anderen Nationalparks haben wir uns für Yellowstone zwei Tage eingeplant. Also waren die Ziele heute zuerst Lake Yellowstone, dann der Grand Canyon of the Yellowstone, Mammoth Springs und am Ende Norris. Danach führte uns der der Weg nach West Yellowstone in die Hibernation Station, die Winterschlaf-Station.

Dort sind wir nun in unserem wunderschönen Blockhaus, das wir für zwei Nächte bezogen haben und schauen auf einen unfassbaren Tag zurück. 

Schon die Anfahrt in den Nationalpark war herrlich und kaum waren wir drin im Park stand auch schon das erste Bison unweit der Straße. Nur eines von vielen, das wir heute zu sehen bekamen und noch nicht das, dem wir am nächsten kamen. Nach der Berg- und Talfahrt am See vorbei bildete sich nämlich wieder einmal ein „Animal Jam“, ein Bison lief friedlich auf der Straße dahin. Zuerst am rechten Straßenrand, dann wechselte es auf die linke Fahrspur und wurde so zum Geisterfahrer. Wir überholten es ganz frech rechts und hatten es nur wenige Zentimeter neben unserer linken Autoseite.

Noch beeindruckender war kurz darauf der Grand Canyon of the Yellowstone. Es gibt selten Momente in denen man vor einem Stückchen Land steht und sofort Gänsehaut bekommt aber dies war so eine Stelle. Es ist einfach unbeschreiblich, man muss es gesehen haben, um die Pracht dieses gigantischen Wasserfalls wirklich in all seiner Größe zu erkennen. Auf Bildern kommt diese nur unzureichend heraus, wir versuchen es weiter unten dennoch.

Wir verließen den Parkplatz auf dem sich mittlerweile ein ordentliches Chaos gebildet hatte, da einige andere Aussichtspunkte auf den Canyon heute geschlossen hatten. Wir waren erfreulicherweise zeitig da und hatten noch ohne größere Suche einen Platz für unseren Nissan Quest gefunden. Nachdem zuerst Leo und Rainer die Aussicht genossen hatten, musste auch Bianca mit Benny unbedingt noch einmal auf eine zweite Runde mitkommen. 

Weiter ging die wilde Fahrt an Bisons und Rehen, Hirschen und Ziegen und einer immer wieder wechselnden Landschaft vorbei. Leona hält alles mit ihrer eigenen Kamera fest. Wir hatten heute das Gefühl, hinter jeder Kurve in einen anderen Nationalpark zu fahren, so unterschiedlich waren die Landschaften. Nur wenige Meilen später standen wir an Kalkterassen in vielen unterschiedlichen Farben, Mammoth Basin blubberte und zischte als wir die Boardwalks entlangliefen und dieses Naturwunder bestaunten.

Auch der letzte Stopp des Tages, das Geyser-Basin von Norris zeigte sich von seiner guten Seite, die Wasserlöcher blubberten und zeigten sich in tollen Farben. Immer wieder stieg Rauch aus der Erde und ein beißender Geruch nach Schwefel lag überall in der Luft. Auf dem Rückweg hoppelte noch ein Hase direkt vor uns über den Weg. Leo freute sich, denn am Parkeingang hatte sie eine Liste zum ankreuzen erhalten, welche Tiere sie alles entdeckt hatte. Da wurden heute schon einige Kreuze gemacht.

Am Ende waren einfach nur geplättet als wir den Park für heute verließen, glücklicherweise hatten wir dann nicht mehr viel zu fahren, denn direkt hinter der Grenze des Parks liegt West Yellowstone, ein Ort der eigentlich nur dafür da ist, Yellowstone-Touris, die die extremen Preise für eine Übernachtung im Park nicht zahlen wollen, ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen zu bieten. Wir nutzen beides. In unserer schicken Blockhütte fühlen wir uns sehr wohl und auch das Essen in der kleinen Stadt war sehr lecker. 

Morgen früh geht es dann zum Highlight des Parks: Old Faithful, der zuverlässig jede gute Stunde spuckende Geysir und seine Freunde rundherum. Wir freuen uns schon sehr darauf, die letzte noch fehlende Ecke des Parks in vollen Zügen zu genießen. Das Wetter spielt ja mit, morgen wird es noch schöner als heute. In den letzten Tagen hat es hier scheinbar nur geregnet … tja, wenn Engel reisen …

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