17.07.2017 – San Francisco (3)

Auch heute wieder haben wir den Tag gemütlich angehen lassen und haben geschlafen, so lange uns die Kinder ließen. Anschließend machten wir uns auf den Weg und es ging den Berg hinunter in Richtung Rathaus von San Francisco. Andere Städte haben dies als ausgewachsenes „State Capitol“, das Verwaltungsgebäude des Bundesstaates. Doch da in Kalifornien Sacramento die Hauptstadt ist, braucht es halt ein großes Rathaus mit goldener Kuppel. Leo fand es total nett, dass sie hier ein Spielgerät hingestellt haben, war aber ein wenig traurig, dass der große Spielplatz mit Trampolin und Mega-Spielgerät noch eine Baustelle ist. Bei der Ausstattung könnten sich andere Städte mal ein Beispiel nehmen … anstelle eines komischen Brunnens ein Spielgerät auf dem Stadtplatz, das wäre es doch …

Wir zogen weiter die Market Street entlang und teilten uns hier den Weg mit vielen, vielen, vielen Obdachlosen. Die waren aber ausnahmslos entweder weggetreten oder freundlich und beendeten ihre Drogengeschäfte nach dem deutlichen Hinweis „Attention Kids“ (Achtung Kinder) eines Gruppenmitglieds. Na ja, dennoch waren wir froh, als wir den Ausgangspunkt der Cable Cars erreicht haben, dort war das Publikum wieder ausnahmslos touristisch … ob es das besser macht, ist allerdings auch die Frage.

In der Nähe war ein Platz, der für die Familie Kmeth sehr wichtig ist, vor dem Macy’s steht ein großes rotes Herz mit einem Bild der Golden Gate Bridge darauf. Einst, als wir hier noch zu zweit waren, haben wir ein Foto gemacht, dieses zierte später die Einladungen zu unserer Hochzeit … heute standen wir hier zu viert und haben am gleichen Ort wieder ein Foto gemacht. Ein schönes Gefühl.

Es ging weiter in Richtung Cable Cars, aber mit dem Blick auf die Warteschlange an der ersten Station und einer geschätzten Wartezeit von 90 Minuten nahmen wir gerne den Tipp des freundlichen Obdachlosen an, der jedem die gleiche Geschichte erzählte: Hier dauert es ewig, gehst Du etwas den Berg hinauf, dann bist Du gleich drin. Das stimmte auch, wir schleppten uns also den steilen Anstieg hinauf und sahen wie der erste Cable Car mit dem Hinweis „full“ an uns vorbeifuhr. Die Gruppe vor uns gab auf und wir bemühten uns beim nächsten Wagen gaaanz traurig zu schauen und Benny nach vorne zu halten. Der Cable Car war schon fast vorbei, da sah uns der Schaffner und hatte tatsächlich Mitleid, schwupps saßen wir auch schon drin, schon praktisch der Baby-Bonus. Los ging die wilde Fahrt, nur von einem Kabel gezogen oder gebremst, bergauf und bergab durch San Francisco bis zum Fisherman’s Wharf.

Dort angekommen machten wir noch ein nettes Erinnerungsfoto, bauten den Buggy wieder zusammen und beeilten uns, schnell zu Applebee’s zu kommen. Denn der Hunger war durch das ausgefallene Frührstück  mittlerweile recht groß geworden. Und da es uns in Lake Tahoe dort so gut geschmeckt hat, aßen wir auch heute wieder in dieser Kette. Auf dem Tisch stand sogar ein Tablet mit Kinderspielen drauf und Rainer konnte nach dem Essen direkt daran bezahlen, in Deutschland (noch) undenkbar.

Es folgten die Punkte am Hafen, die wir gestern nicht mehr geschafft haben, es wurde etwas geshoppt und ein paar Seelöwen besichtigt, ein U-Boot fotografiert, eingekauft und Souvenirs erstanden. Für die Kids kauften wir noch gestrickte Mützen, bei 25 Grad und leichtem Wind ganz praktisch aber eigentlich viel zu warm, süß schauen sie trotzdem aus. Es war ein richtig gemütlicher Nachmittag, den wir auf besonderen Wunsch einer halbhohen Dame im Rainforest Cafe direkt am Wharf abschlossen. Leona hat sich nämlich so richtig in das Dschungel-Cafe verliebt und wollte unbedingt noch einmal hingehen. Und wenn die gaaanz großen Augen kommen, dann können wir einfach nicht nein sagen.

Allerdings konnten wir auch nicht zu lange sitzen bleiben, denn Rainer hatte ja noch einen Termin. Also setzten wir uns wieder in den 47er-Bus, der uns souverän zum Hotel chauffierte. Dort allerdings stiegen nur Bianca und die Kids aus, denn Rainer fuhr von der einen Endstation zur anderen, vom Fisherman’s Wharf zum AT&T-Park der San Francisco Giants, die heute Abend gegen die Cleveland Indians gespielt haben. Ja, genau die „Indianer von Cleveland“ aus dem bekannten Film mit dem damals noch recht jungen Charlie Sheen. Für die Jüngeren: Das ist der Typ, der bei „Two an a half man“ in den alten Folgen mitspielt. Der versoffene Hausbesitzer, ihr wisst schon …

Rainer genoss das Stadion mit Blick auf die Bay und einen 5:3-Erfolg der Gäste aus Cleveland. Dabei gab es sogar wieder einen Homerun zu sehen und besonders die Stadionrunde hatte es ihm angetan, im Unterrang kann man auch während dem Spiel rundherum laufen und verpasst nichts von der Partie. Es gab nur einen Punkt, der echt nervig war: Es gibt hinter dem Feld eine Cola-Flasche, die eine überdimensionale Werbung darstellt. Kommt man näher hin, stellt man fest, dass darin einige Rutschen verborgen sind. Aber was soll man sagen: Die Giants lassen hier nur Kinder bis 14 rutschen, ältere Herren mit 40 nicht … echt schade und daher haben sie auch zurecht verloren.

Als Rainer aufs Zimmer zurückkam, hatte Bianca nicht nur die beiden Kids schon ins Bett gebracht, die bereits selig schlummerten (na ja fast, Leona wartete noch auf ein Bussi von Papa ist dann aber sofort eingeschlafen), sondern hatte auch schon das Koffer-Tetris gewonnen. Alle Koffer standen gepackt und mit den erlaubten Kilozahlen im Zimmer, nur der letzte wartet morgen früh noch auf Shampoo, Zahnbürste und Co.. Ganz großer Sport und ein besonderes Lob wert.

Morgen werden wir mit dem Auto noch ein paar Meter durch die Stadt fahren, einmal die Lombard Street hinunter und am Abend geht es dann zum Flughafen, kaum zu glauben aber die 6 Wochen USA sind schon fast wieder vorbei, morgen starten wir in Richtung Deutschland, wo wir am Mittwochnachmittag an kommen werden.

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