16.07.2017 – San Francisco (2)

Sehr früh hat der Tag heute begonnen, denn in Vilzing spielten die kleinen Löwen ihr erstes Bayernliga-Spiel. Anpfiff war 16 Uhr deutscher Zeit, also 7 Uhr morgens in San Francisco. Stefan übernahm für Rainer den Live-Ticker aber den Spielbericht für die Ama-Lion Website erstellte Rainer von hier aus. Daher war um 6.30 Uhr der Wecker gestellt. Natürlich konnte Rainer schon vorher nicht mehr schlafen und war zeitig wach. Die U21 holte ein 1:1 und wir konnten uns zufrieden fertig machen.

Danach holten wir das Auto vom Hotel-Parkplatz und machten uns auf die kurze Fahrt zur Golden Gate Bridge, dem Wahrzeichen von San Francisco. Da für morgen Nebel angesagt ist, wollten wir dies unbedingt heute machen, auch wenn wir fürchteten vielleicht schon einen Tick zu spät dran zu sein … was zu spät heißt, das wissen wir nun, dazu aber später mehr. Wir waren noch rechtzeitig da und bekamen an allen guten Aussichtsstellen einen Parkplatz, auch wenn wir beim letzten Punkt ein bisschen darauf warten müssen. Aber die Blicke über die Brücke und die Bay auf San Francisco waren dies allemal wert. Und obwohl heute ein herrlicher, sonniger Tag war, etwas diesig war es dennoch aber das gehört in San Francisco einfach dazu. Problematisch wird dieser Ausflug allerdings in einer Hinsicht, das war uns zu diesem Zeitpunkt schon klar: Aus ungefähr 200 Brücken-Fotos, Panoramen, Selfies, Familienfotos die besten auszuwählen, das wird brutal schwer.

Nachdem wir die Brücke genossen hatten, ging die Fahrt zurück zum Hotel, denn die weitere Strecke legten wir per Bus zurück. Der 47er-Bus brachte uns für „gib mir einfach 5 Dollar, das passt dann schon“ zum Fisherman’s Wharf. Eigentlich hätten Bianca und Rainer je 2,75 $ zahlen müssen und Leo 1,35 $ aber so genau nehmen es die Busfahrer hier nicht mit der Bezahlung. Wir rumpelten und holperten die Van Ness Street hinunter zum Hafen und stoppten dort erst einmal bei einem Denny’s, der mit seinem Kinderessen Hühnchen am Spieß Leonas Herz gewonnen hat. Heute gab es sogar zum ersten Mal den Sammelbecher, Benny wurde dann mit dem dazu gehörigen Haarreif auch gleich als Troll verkleidet. Der Kleine weiß manchmal gar nicht so recht, was mit ihm geschieht aber strahlt trotzdem, weil es ja seine tolle große Schwester ist, die etwas mit ihm anstellt. Mittlerweile versucht er sich auch schon am streicheln und hin kuscheln, leider endet das noch ziemlich oft mit vielen Haaren in der kleinen Faust. Dafür hat er im Laufe des Urlaubs von Leo schon viele Spitznamen verpasst bekommen. Benji, Benno, Gazo, Bennal, Benji-Bär, Süßer, Schnuckelputz und auch Mama und Papa dürfen bei Mamo und Papo reagieren. 

Ein leckeres Essen später gingen wir am Hafen zur Verkaufsstelle der Tickets für die Bay Cruise mit der Blue & Gold Fleet. Dank der Coupons aus der Touri-Karte sparten wir etwas, zahlten aber trotzdem einen recht saftigen Preis für die eine Stunde dauernde Fahrt vom Pier 39 unter die Golden Gate Bridge und hinter Alcatraz, der ehemaligen Gefängnisinsel, herum zurück zum Ausgangspunkt. Aber gut, wann fährt man schon einmal unter der Brücke hindurch, vorallem unter der wahrscheinlich berühmtesten der Welt … und von hier aus sahen wir dann auch, was „spät dran“ an der Brücke wirklich bedeutet. Beidseitig standen die Autos nun im Stau und auch drüben in den Marin Headlands, wo wir vorher die Aussicht genossen hatten, ging es nur im Schritttempo voran bergauf. Parkplätze? Jetzt sicherlich so gut wie unmöglich. Sehr freundlich war, dass bei der Rückankunft ein Feuerwehr-Schiff aus vollen Düsen spritzte, so was kennt man ja normal nur, wenn ein Kreuzfahrtschiff das erste Mal einen Hafen anläuft.

Dann zog uns Pier 39, die Vergnügungsmeile von San Francisco an, dort hatten wir vor sechs Jahren noch das Silvester-Feuerwerk bestaunt. Natürlich wurden wir gleich zu Anfang etwas Geld im Hard Rock Cafe los, dabei ging es zuerst nur in den Shop, für das Restaurant hatten wir später noch eine Reservierung. Da wir bis dorthin noch etwas Zeit hatten, ging es durch die Geschäfte am Pier, es gab ein Eis hier, ein Oregon T-Shirt für die Dani dort und ganz am Ende, fast bei den Seelöwen, sahen wir dann eine Bühne auf der wir vermuteten, dass ein Clown auftreten wird. Wir setzten uns also hin und warteten. Am Ende kam ein Jongleur, der aber auch Comedian sein könnte. Er bot eine witzige Show mit viel Gelächter. Besonders beeindruckt hat Leona sein einhändiger Handstand auf einer wackligen Säule.

Anschließend hatten wir unseren Tisch im Hard Rock Café San Francisco. Obwohl wir schon mehrfach an diesem Café vorbeigekommen waren, war es das erste Mal, dass wir mehr als den Shop betraten und uns auch zum Essen hinein setzten. Leo übte zum Zeitvertreib wieder fleißig zählen. Da es ihr auf deutsch mittlerweile zu langweilig ist, wird auf englisch bis 20 gezählt und auch Ansagen im Bus wie 69,19 kann sie schon problemlos übersetzen. Wir sind schon gespannt, was sie sich davon zu Hause noch merken wird. Thank you, delicious, up, down, open, close, please, push, pull, chicken, milk, bottle, princess, brother, sister und noch ein paar mehr … das alles darf hier nur noch auf englisch gesprochen werden.

Pappsatt aber müde und mit einem sauberen Sonnenbrand (Rainer) ging es mit Bus 47 wieder zurück ans Hotel, wo wir nun unseren vorletzten Abend in den USA ausklingen lassen. Benny schläft bereits, Leo baut sich gerade noch eine Höhle und wenn das Tagebuch fertig ist, werden auch wir müde ins Bett sinken.

Übrigens: Auch heute sind die Bilder in der Qualität reduziert … dank Internet im Schneckentempo …

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