15.06.2017 – Glacier NP

Heute ging es noch ein letztes Mal in die kurvigen Berge, bevor es heißt weiter Richtung Süden, Wärme und Sonne. Besonders Bianca ist nicht böse, wenn die Straßen etwas gerade werden. Unser heutiges Ziel war der Glacier National Park aber zuerst mussten wir wieder zurück nach Amerika. Bye, bye Kanada, schön war es.

Die Grenzkontrolle war wie üblich eher kurz. Ein paar Fragen zu unserem Aufenthalt und wo wir arbeiten und schon wurden wir durchgewunken. Rainer hatte zuvor heraus gefunden, dass zumindest ein Stück des Glacier NP schon vom Schnee befreit war auch wenn wir früher umdrehen mussten, als gehofft. Eigentlich wollten wir gerne bis Logan Pass fahren, dort arbeiten aktuell aber noch die Schneeräumer, da es ein extrem schneereicher Winter war. Daher war die Straße bei Jackson Glacier bereits gesperrt.

Aber gut, die Aussicht wollten wir uns trotzdem nicht entgehen lassen. Also einmal hoch den Kesselberg, äh nein doch die „Going-to-the-sun“-Road. Bereits am Besucherzentrum wurden wir aber kurz ausgebremst. Durch die Arbeiten am neuen Teerbelag wurde der Verkehr etwas umständlich über den Parkplatz gelenkt und wir mussten warten, bis wir passieren durften. Aber bald war es soweit, die Kontrolleurin in gelber Warnweste und farblich passenden Neon-Gelnägeln winkte uns durch. Auf der Straße bot sich uns dann hinter jeder Kurve ein neuer toller Ausblick und als uns ein freundlicher Tourist mit Kamera winkte, wurde gleich mal gebremst.

Direkt am Straßenrand wartete ein Rothirsch auf die Besucher. Das die Tiere hier keine Angst vor den Touristen mit ihren Fotoapparaten haben, merkte man vor allem daran, dass sich der Hirsch ganz gemütlich hinsetzte. So ein bisschen kam es uns vor, als würde er für die Fotografen posieren. Rainer fand es faszinierend, dass die anderen aus den Autos heraus die Tiere entdeckten… 

Aber erstmal ging es für uns weiter den Berg hinauf, ein paar Fotostops später mussten dann allerdings alle wenden, da die Schranke das Ende der schneefreien Straße zeigte. Beim runterfahren hatte Bianca dann ihren großen Moment und entdeckte zwei weibliche Rehe am Waldrand, auch diese wieder total entspannt. Rainer bremste, stieg aus und schon bildete sich ein „Animal Jam“, nur dieses Mal war es Biancas Verdienst ;). 

Als wir den Park verließen und wieder zurück auf den Highway fuhren, erwartete uns eine Mischung aus einem Gruselfilm und der Landschaft für eine Fantasy-Saga. 2003 fielen hier 5.600 Hektar Wald einem „Wildfire“, einem Waldbrand zum Opfer. Die weißen, verkohlten Baumstämme und das langsam nachwachsende Grün auf den riesigen Berghängen sind sehr beeindruckend. 

Noch mehr beeindruckend war aber unser nächster Halt. Rainer freute sich schon seit Monaten auf diesen Stop, ein absolutes Muss wenn man Amerika besucht. Der größte lila Löffel der Welt … und wir hatten die Ehre ihn zu sehen. 

Irgendwo im Nirgendwo, so kamen wir uns anschließend vor. Rechts und links von der Straße konnte man circa 50 km weit blicken. Eine Entfernung die in Deutschland unmöglich wäre. Heute einmal etwas früher erreichten wir unser Hotel. Rainer hatte extra für Leo ein Zimmer mit Tipi über dem Kinderbett gebucht. Aber ausgerechnet dieses Zimmer ließ sich nicht mehr öffnen. Alle Versuche der Dame vom Hotel waren erfolglos und auch Rainer konnte nichts daran ändern, die Türe ging nicht auf … spricht jetzt nicht unbedingt dafür, dass das Hotel in letzter Zeit ausgebucht war.

Da waren die Tränen erstmal vorprogrammiert aber zum Glück schnell wieder getrocknet. Im gehobeneren Nachbarhotel, in dem wir als Entschädigung ein Zimmer erhielten wurde dann aber ganz schnell ein Ersatz gebaut und so hat Leo heute dank Schreibtisch, Tagesdecken und Koffer doch noch ein Zelt zum schlafen. Nur für einen kurzen Besuch auf dem öffentlichen Spielplatz konnten wir sie raus locken, nach der Badewanne ist sie aber gleich wieder in ihre Höhle verschwunden. Ab morgen geht es dann endgültig in die wärmeren Ziele, die Pullis können endlich weggepackt werden. 

next

2009/10, 2011, 2014/15 und 2017