13.07.2017 – Lake Tahoe (1)

Silvester 2009 fuhren wir an einem Tag nach Lake Tahoe, Sacramento und San Francisco um am Ende des Tages dort ins neue Jahr zu feiern. Damals waren wir noch zu zweit, unverheiratet und das Wetter war so ganz anders als heute. Aber nicht nur das Wetter war anders, auch die Tour heute war wesentlich schlanker. Direkt vom Hotel ohne Umwege zum Ort der Übernachtung. Ursprünglich hatten wir noch die Geisterstadt Bodie eingeplant aber das haben wir heute morgen spontan gestrichen, der Stau wäre dann doch zu viel gewesen und die Stadt nicht so wirklich interessant. Gestern hatten wir im Internet noch gesehen, dass es eigentlich nur 200 verlassene Häuser sind ohne großes Angebot außenherum.

Also ging es bei strahlenden Sonnenschein Richtung Bergsee. Vor 8,5 Jahren (unfassbar, dass es schon so lange her ist) wurde die Straße gerade am Tag zuvor freigegeben, denn die Schneeräumer hatten sich endlich durchgekämpft und man konnte ohne Schneeketten durch die meterhohe Winterlandschaft in das riesige Skigebiet gelangen. Sogar der Hotelpage am Valetparking erinnerte sich spontan an den damaligen „Super-Winter“. Heute hatte es gute 25 Grad, die Löwen hatten das erste Regionalliga-Spiel nach dem Zwangsabstieg gerade mit 4:1 in Memmingen gewonnen (Bravo Jungs!!) und wir konnten mit Kleid und kurzer Hose ins Hotel spazieren.

Aber heute war es nicht nur irgendein Hotel. Nachdem es hier bei unserem ersten Besuch nur ein Hard Rock Cafe gab, hat mittlerweile auch ein Hard Rock Hotel eröffnet. Und genau das gönnen wir uns für die nächsten zwei Nächte. Der Ort Lake Tahoe ist durch die Staatengrenze zwischen Nevada und Kalifornien zweigeteilt, das erkennt man auch ziemlich gut an den Casinos auf der einen Stadtseite und den eher schickeren Skiresorts auf der anderen Seite der Hauptkreuzung. Wir verbringen die Nächte noch einmal in Nevada, wo Glücksspiel erlaubt ist und  verspielen wie üblich keinen einzigen Dollar. Direkt neben unserem Hotel findet aktuell ein Promi-Golfturnier (American Century Celebrity Golf Championship Tournament) statt, bei dem die Teilnehmerliste durchaus hochkarätig ist. Bianca kennt von der Liste eigentlich nur Justin Timberlake, es sei ihr aber verziehen, denn der Rest des Teilnehmerfelds ist ein Streifzug durch die US-Profiligen. John Elway von den Broncos, Aaron Rodgers von den Packers, Skirennläufer Bode Miller,Sunday Night Football Kommentator Al Michaels, Joe Pavelski von den San Jose Sharks, Carey Price von den Montreal Canadiens, Alex Smith von den Chiefs, Golden Tate von den Lions um nur einige zu nennen. Auch Tony Romo, ehemaliger Quarterback der Cowboys hat gemeldet, liegt aber wahrscheinlich eher verletzt am Platz, wie immer … 😉

Das Turnier werden wir morgen aus der Entfernung ansehen, denn 30 $ Eintritt ist uns der Spaß nicht wert … viel wichtiger war heute sowieso erstmal der Sprung in den schönen Pool, den wir auch von unserem schicken Hotelzimmer aus sehen können. Leo war glücklich und auch Benny entwickelt sich zu einer kleinen Wasserratte. Hier ging sogar ein bisschen Wind was uns verwöhnte Sommerurlauber sogar eine ungewohnte Gänsehaut bescherte. Eine kurze Pause im Zimmer verbrachte Rainer mit dem Vorbereiten der Internetseite www.ama-lion.com für den  Ligaalltag in der Bayernliga. Der Rest der Familie nutzte die Zeit zum Ausruhen. Aber dann zog es uns noch einmal in eins der schönsten Hard Rock Cafes, die wir je gesehen hatten … was bei 115 besuchten Cafes etwas heißen will.

Das im Nachbarhotel gelegene Cafe ist nämlich komplett in Stil einer Skihütte gebaut obwohl es sich im Gebäude, neben den Glücksspielautomaten befindet. Bianca gefiel besonders der richtige Hard Rock, der über den Fernseher lief. „Barbie Girl“ von Aqua, guter alter Rock ;o) mit viel Bass und Schlagzeug. Rainer wollte entweder schnell davonlaufen oder zumindest einen Rabatt für diese grauslige Musik erhalten. Schnell aber schwenkte das Programm wieder um, es folgte Nirvana und Queen, so dass auch Rainer wieder versöhnt war.

Um das sehr leckere Essen wieder abzutrainieren, durfte im Anschluss ein Spaziergang durch den wirklich sehr schön hergerichteten Ort nicht fehlen. Hier merkt man deutlich das gehobenere Klientel an Touristen. Alles sehr sauber, mit schönen Dekorationen und alles typisch mit Holzblockhütten. Leona nutzte wieder jede Gelegenheit zum balancieren und mit Wasser spielen, frei nach dem Motto „Die ganze Welt ist ein Spielplatz“ aber genau so soll es ja auch sein. 

Zurück im Hotel mit der Zimmernummer, bei der sie eine „eins“ davor vergessen haben (siehe unten bei den Bildern) ist im Endspurt des Urlaubs kurz Zeit für ein kleines Vorab-Resümee. Der Urlaub, der wirklich lang und intensiv von Rainer geplant wurde, war bzw. ist unglaublich schön. Bislang ist alles gut gegangen, wir sind gesund geblieben und wurden bislang auch noch vor Chaos bewahrt. Die Planungen sind alle aufgegangen und nur zwei kleinere Dinge haben nicht geklappt, der Logan Pass im Glacier NP war noch geschlossen und im Hotel danach war das Zimmer mit dem Tipi-Zelt nicht zu öffnen. Beides war schade aber zu verschmerzen.

Bianca ist besonders stolz, dass sie beim Packen nichts vergessen hat, bis auf eine Haarbürste die für Madrid nochmal aus dem Koffer musste und dann nicht mehr den Weg zurück gefunden hat. Ansonsten haben wir die Mammutaufgabe der Planung und Organisation von sechs Wochen mit Kind und Baby bislang hervorragend gemeistert. Und wir können auch aus vollem Herzen sagen, dass wir die Elternzeit so richtig genießen konnten. Die Amerikaner, denen wir bislang erzählt haben, dass es diese Regelung in Deutschland gibt waren allesamt sehr neidisch. Wir wissen es absolut zu schätzen, welches Glück wir haben, dass wir als Familie sechs Wochen zusammen verbringen können. Man merkt deutlich, dass wir sehr eng zusammen gewachsen sind und als Team perfekt harmonieren.

Leo war und ist ohnehin das perfekte Reisekind und Benny eifert seiner Schwester bereits nach. Unsere Maus saugt hier alles an Wissen auf, versucht möglichst viel zu helfen (z.B. beim Koffer ziehen oder Tür aufheben) und hat für uns eine riesige Entwicklung Richtung Vorschulkind im Urlaub geschafft. Sie ist besonders stolz, dass sie bereits viel englische Formulierungen gelernt hat und auch das zählen bis 20 auf englisch klappt bereits perfekt. Benny liebt es zum Glück im Auto zu schlafen, gönnt der Mama auch jede Nacht Schlaf ohne aufzuwachen und vergöttert seine Schwester die es genießt, ihn zu bespaßen. Alles in allem haben wir gelernt, dass man mit zwei Kinder definitiv anders, weil entschleunigter aber dafür genauso intensiv und schön Urlaub machen kann. Wenn man als Paar perfekt zusammen passt (heute seit 4.429 Tagen) und die tollsten Urlaubskinder bekommen hat, kann man unfassbar schöne Momente erleben, die man nie vergisst und für die man sehr dankbar ist. 

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