13.06.2017 – Icefields Parkway

Mehr Glück als wir an diesem Tag kann man mit dem Wetter wohl überhaupt nicht haben … in der Wettervorhersage wurde davon gesprochen, dass es Katzen und Hunde regnet und das von 11 Uhr bis zum Ende des Tages durchgehend. Dementsprechend hat es uns auch gegraust, als schon am frühen Morgen und erst zu Beginn des Icefields Parkway die ersten Tropfen auf unsere Scheibe fielen.

Doch … die ließen kurz darauf wieder nach und schon an den Athabasca Falls standen wir im Trockenen an den Fällen und konnten dort einen Slackliner beobachten, der sich seine Leine über die Schlucht hinweg gespannt hatte und darüber balancierte. Na gut, er versuchte darüber zu balancieren, denn er fiel immer wieder runter. Gut, dass er sich angeschnallt hat. Unsere Aufmerksamkeit gehörte aber sowieso eher den tosenden und donnernden Wasserfällen, die uns genauso gut gefielen, wie die Sunwapta Falls, die etwas weiter am Wegesrand lagen.

Unser Tageshighlight erreichten wir um kurz nach 11 Uhr, das Discovery Center am Columbia Icefield, einem riesigen Gletscherfeld. Übrigens bei Sonnenschein. Hier hatten wir bereits im vergangenen Frühjahr Tickets für die Ice Explorer Tour und den Glacier Skywalk gebucht. Nachdem Benny eine kleine Brotzeit bekommen hatte, checkten wir auch gleich ein und stiegen in den Bus der Firma Brewster, der uns zum Ice Explorer brachte. Der Ice Explorer ist ein Bus mit riesigen Reifen, der dafür gebaut ist, auf den Gletscher zu fahren. Kaum saßen wir drin, ging es auch schon los, zuerst über die staubige Straße, die früher (vor der Klimaerwärmung) einmal Gletscher war, dann ging es einmal (für Biancas Geschmack zu) steil hinunter und schon stand der Explorer auf dem Eis. Wieder ein gutes Stück weiter oben durften  wir aussteigen und auf dem gefrorenen Boden herumlaufen. Ein tolles Erlebnis, das auch einige spektakuläre Aussichten bot. Auf Gletscher, auf Gletscherspalten, glasklare Gletscherbäche und Chinesen in Sandalen, die sich die Zehen abfroren. Nach einer halben Stunde und einigen Händen voller kaltem Gletscherwasser, die in den Bäuchen verschwunden waren, ging es wieder zurück zur Busstation und ab zu Teil 2, dem Glacier Skywalk.

Dort trafen wir wieder Christina und Ken, die sich ebenfalls dafür interessierten. Und ab ging es auf die Plattform aus Glas, die eine Ähnlichkeit mit der am Grand Canyon aufweist. Hier in Kanada geht es unter dem Glas 280 Meter senkrecht hinab. Das alleine ginge ja, das Problem war nur, dass der Skywalk wackelt wie ein sprichwörtlicher Kuhschwanz. Rainer war das nicht ganz geheuer, er drehte nach einem Viertel der Strecke um, ging auf undurchsichtigen Boden zum Ausgang und traute sich dort tapfer für ein paar Fotos wieder zurück auf das Glas. Die Mädels und Benny waren da schon mutiger und machten einige beeindruckende Fotos, die weiter unten zu sehen sind. Vor allem unser kleines Abenteuer-Mädchen hätte am liebsten auf dem Glasboden noch Purzelbäume gemacht. Und natürlich musste auch der kleine Bruder bei den Turnübungen mitmachen. 

Anschließend warteten noch drei Seen und eine Stadt auf uns. Auf dem Weg dorthin hieß es jedoch dreimal „Animal Jam“. Gleich zweimal hatten wir das Glück auf Bären zu treffen. Zuerst sahen wir eine Schwarzbärin mit zwei Jungen und später sogar noch einen Grizzly direkt neben der Straße. Da gingen die Bergziegen zwischendrin fast ein wenig unter, dabei posierten sie so freundlich für das Foto. Offensichtlich haben wir wirklich ein wahnsinniges Glück, dass wir so viele Bären zu Gesicht bekommen, aus Erzählungen von anderen haben wir gehört, dass dies nicht so alltäglich ist. Unser „Bear Count“ steht mittlerweile bei 6.

Zum Ausklang des Abends wanderten wir noch zum Peyto Lake, einen traumhaft türkisen Gebirgssee, der allerdings erst nach einer kleinen Bergtour zu sehen ist … wer sehen will, muss leiden. Leichter machten es uns Bow Lake (direkt an der Straße) und Lake Louise (eine Minute vom Parkplatz entfernt). Hier hatte es mittlerweile leicht zu regnen begonnen … und als wir Lake Louise verließen, bewahrheitete sich dann doch noch die Wettervorhersage, es regnete nun so richtig. Daher sparten wir uns auch den Abendspaziergang in Banff, den werden wir morgen früh noch nachholen, bevor es dann nach Calgary geht.

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