11.06.2017 – Coquihalla, Kamloops

Während diese Zeilen entstehen, leiden Bianca und Rainer unter dem ersten kleinen Sonnenbrand. Dass dies schon in diesem Teil der Reise passieren würde, hätten wir nie gedacht. Nein, eigentlich war für diese Woche noch die langärmelige Regenkleidung eingeplant. So wurden es aber dann doch 24 Grad und Sonnenschein. Zuerst aber ging es heute früh dank Rainers Packkünsten mit einem bis zum letzten Zentimeter mit Koffern gefüllten Mietauto raus aus Vancouver. Vorbei am Eishockey-Stadion und durch ein paar Vororte machten wir uns auf Richtung Barriere. Herausforderung Nummer 1 war der erste Tank-Stopp. Denn wir hatten keine Ahnung, was unser Nissan Quest so schluckt. Es stand nichts in den Unterlagen, nichts am Tank und nichts im Fahrerbereich. Also den Tankwärter gefragt … der hatte auch keine Ahnung. Erst der Autofahrer, der an der Zapfsäule neben uns stand, brachte Licht in Dunkel, es wird „Regular 87“ benötigt … also getankt und ab Richtung Barriere. Dort wartete nichts Besonderes auf uns aber schon am Tag darauf wollten wir nach Jasper. Da die Strecke auf einmal zu lange mit den Kindern gewesen wäre, verteilte Rainer die Tour auf zwei Tage. 

Unser erster Stop entlang des Highways führte uns erstmalig in diesem Urlaub zu „Subways“, das Baguette-Schnellrestaurant gibt es hier angegliedert an fast jede Tankstelle und die Preise sind wesentlich geringer als in Deutschland. Also gab es für Leo ein Schinken-Baguette, Bianca ein Schinken-Käse-Baguette und Rainer freute sich das es auch in diesem Urlaub wieder sein Lieblings-Baguette gab, Meatball-Marinara, also quasi Bolognese-Baguette. 

Weiter ging es auf dem Highway Nr. 1 Richtung Hope. Der nächste Stop war genau das richtige für die „Bergziegen“ in unserer Familie. An den Bridal Falls nahe Chilliwack ging es für wenige Minuten steil bergauf, der Anblick der wunderschönen Wasserfälle entschädigte dann aber recht schnell für die Anstrengungen. Leona war besonders aufgeregt, weil sie fast einen Bären gesehen hätte (zumindest das Hinweisschild, das man vorsichtig sein soll, war schon einmal da). 

Der nächste Stop auf dem Highway Nr. 5, dem Coquihalla Highway, ließ nicht lange auf sich warten.  Diese Straße hatten Bianca und Rainer schon sehr oft im Fernsehen gesehen. Allerdings mit Schnee, Eis und Sturm. Im Fernsehen verfolgten wir in den letzten Monaten die Bergungsmanöver von Jamie Davis, der hier in British Columbia mit seinen Fahrzeugen die verunglückten Lastwägen entweder bergen sollte oder einfach wieder auf die Straße stellte. Und das unter den schwierigen Bedingungen im schneereichen Kanada und auf einer Straße die durch viele Kurven und Anhöhen gezeichnet ist. Und genau diese Straße fuhren wir heute entlang, nur war um uns herum alles grün und die Sonne schien auf das Autodach. Bianca war dankbar, dass wir uns nicht zwischen rasenden LKWs ohne Winterreifen im Schnee den Berg hoch kämpften. Rainer hingegen wollte zumindest kurz bei Jamie Davis’s Firma vorbei schauen, die direkt am Coquihalla Highway, dem „Highway thru Hell“, wie er in der Serie heißt, ihren Firmensitz hatte. Tja, schade denn wie bereits in der Serie zum Teil war anscheinend mittlerweile die Firma nach Alberta umgezogen und das Grundstück war mittlerweile nicht mehr zugänglich. Einige kaputte LKWs waren sichtbar, mehr aber auch nicht.

Aber gut, Leo nutzte die kurze Pause zum Balancieren auf Steinen und Baumstämmen. Unsere Mäuse machen das ohnehin super. Benny schläft während der Autofahrten gerne einfach ein und Leo genügen ein paar Folgen auf ihrem iPad und CDs auf einem Discman um auch längere Fahrten zu überstehen, wir hoffen, dass das so bleibt. 

Am Ende der Berg- und Talfahrt kam die größte Stadt der Umgebung, Kamloops. Wie fast jeden Tag hatte Rainer auch für heute wieder eine Kinderattraktion eingeplant. Das BC Wildlife Center ist eine Tierauffangstation, die gleichzeitig auch noch wie in einem kleinen Zoo mit großem Spielplatz einen Blick in die großzügigen Gehege der Tiere erlaubt. So konnten wir einmal einen Tierpark nur mit einheimischen, kanadischen Tieren erleben. 

Etwas überrascht hat uns dabei nur das Wetter. Bianca wollte Benny auf dem Parkplatz noch eine warme Jacke und Mütze anziehen, am Ende bereute sie es, keine Sonnencreme griffbereit zu haben. Gut, Benny war zumindest geschützt in seinem Buggy aber Bianca und Rainer bekamen einen guten Schuss rote Farbe ab. Doch nichts desto trotz war der Tierpark ein überraschend tolles Erlebnis. Von Bären, Adlern und Elchen über Ziegen, Pumas und Büffel, hier konnte man wirklich viele Tiere erleben. Im Streichelgehege durfte man Schafe und Ziegen streicheln und sogar striegeln, was Leo natürlich sofort gewissenhaft übernahm. 

Doch unbestritten an Platz eins liegt der große Spielplatz in der Mitte des Parks. Neben Rutschen, Kletter-Spinnennetz und Adlerhorst mit Rutsche freute sich Leo besonders über den Wasserspielplatz. Zwar absolut unvorbereitet aber flexibel durfte sie natürlich durch die Wasserfontänen fetzen. Für alle weiteren Parks wird dann aber wirklich ein Badeanzug eingepackt. Nach einem kurzen Hot-Dog verabschiedeten wir uns von diesem schönen Park und hielten nur noch kurz in einem Supermarkt um ein paar Vorräte anzulegen. Ein paar Wasserflaschen und etwas zum frühstücken und vergoldete Trauben mussten in den Einkaufswagen. Gold hauptsächlich wegen dem nicht ganz so niedrigen Preis. Der Einkaufswagen hingegen war vor allem für Leona unbezahlbar. Als tolle große Schwester fuhr sie stolz mit ihrem Bruder auf dem Schoß durch den Laden, während Benny mit zwei Lenkrädern gleichzeitig die Fahrtrichtung vorgab. 

Als alle Vorräte verstaut waren, düsten wir weiter Richtung Hotel. Und auch hier gab es noch zwei kleine „Pannen“. Das vor vielen Monaten gebuchte und bereits gezahlte Hotel hatte mittlerweile einen neuen Besitzer und Namen. Wir bekamen zwar ein Zimmer, müssen dieses aber nochmal bezahlen und unser Geld vom alten zurück holen. Gut, dass es wenigstens Teil einer großen Kette war, damit sollte es mit der Rückerstattung klappen. (Update nach der Rückkehr aus Deutschland: Rainer hat nochmal nachgeschaut, wir hatten das Hotel zwar reserviert aber gar nicht vorab bezahlt, alle Aufregung umsonst)

Und beim nebenan gelegenen Restaurant, bei dem wir noch kurz zu Abend gegessen hatten, vergaß Rainer seine Kreditkarte. Die Besitzerin schickte aber einen ihrer Gäste auf die Parkplätze der nahegelegenen Hotels um den Wagen mit dem Nummernschild aus Kalifornien zu suchen. Der fand uns schnell … die Ortschaft hat circa drei Motels und nochmal so viele Camping-Plätze. Trotzdem eine nette Geste und nicht überall auf der Welt selbstverständlich. Anschließend plumpsten wir dann aber wirklich richtig müde in unsere Queensize-Betten. Leo, die natürlich gaaaaaaaar nicht müde war und trotzdem sofort einschlief war die erste im Land der Träume. Aufblasbares Bett, Schlafmaske und Enti sein Dank. Auch wir werden ihr dorthin jetzt gleich folgen.

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