09.12.2017 – Cancun, Chichen Itza

Bevor ich den heutigen Tag schildern kann, muss ich noch die Rückblende zu gestern Abend finden. Nachdem die Freude groß war, dass das Tagebuch bereits frühzeitig hochgeladen war (dafür ist immer ein längerer Spaziergang zur Lobby notwendig), legten wir uns alle zum Schlafen hin. Doch die Freude währte nicht lange, denn das Drama begann. Leo wollte schlafen … aber die Ente war weg. Sie war auch im ganzen Zimmer nicht auffindbar. Es gab im Endeffekt nur zwei Möglichkeiten:

1. Benny hat sie in den Mülleimer geworfen —> damit wäre der Urlaub faktisch vorbei gewesen.

2. Die Putzfrau hat die Ente zusammen mit den Bettlaken zum Waschen gegeben —> Dann hätten wir noch eine Chance.

Nach einem Gang zur Rezeption, der Rückkehr aufs Zimmer, einem Telefonat und dem erneuten Gang zur Rezeption hielt Leo ihr Enti in der Hand und der Urlaub war gerettet … wir hatten das große Glück, dass die Ente tatsächlich in der Wäscherei aufgetaucht war. Puls und Adrenalin konnten wieder heruntergefahren werden.

Nun aber zu heute … A geh, so ein Sauwetter … wolkig und nur 24 Grad, dazu Wind vom Meer … gut, von daheim erreichen uns Nachrichten, dass ein Schneesturm über die Stadt gezogen ist und man nur im Notfall mit dem Auto fahren soll. Da ist uns doch der mexikanische Winter lieber. Vor allem, da wir natürlich auf die Schnelle ein Ersatzprogramm bereit hatten, das wir dennoch mit T-Shirt und kurzen Hosen bzw. mit Kleidern absolvieren konnten.

Also steuerten wir nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem All-Inclusive-Resort in Richtung Cancun. Schließlich wollten da ja noch zwei Hard Rock-Locations besucht werden. Das Hard Rock-Hotel, das aus der Vogelperspektive wie eine große Gitarre aussieht, liegt genauso wie das Cafe auf einer der Stadt Cancun vorgelagerten Insel, die eigentlich nur ein langer Streifen ist. Dort passen jeweils genau ein Hotel und die vorbeiführende Straße hin … komisch irgendwie. Nach dem Passieren des Polizeipostens, der hier vor allen Städten liegt und mit Maschinengewehren ausgerüstet die Autos mustert, ging es in die Zona Hotelera. Nach gut 20 Kilometern tauchte rechts das Hard Rock Hotel auf. Dort angekommen durften wir nach der Nennung unseres Namens und unseres Hotels passieren und kurz darauf standen wir in einer wunderschönen Lobby. Das Hotel gefiel uns recht gut, besser als das an der Riviera Maya. Als wir den Rock Shop verließen, hatten wir unsere 120ste unterschiedliche Hard Rock Location besucht und freuten uns schon auf die Nummer 121. Für uns bedeutet das hauptsächlich 120 Erinnerungen an tolle Urlaubsziele, die wir besuchen durften. 

Die Nummer 121 fanden wir ein paar Kilometer weiter im Disco-Viertel der Hotels. Dort fanden sich Hooters, Senor Frogs, Chilis und neben einigen anderen Läden auch das HRC. Wir parkten für 5 Dollar in der Nähe des Cafés und ab ging es an der riesigen Gitarre vorbei zuerst in den Shop. Wir fanden ein paar Sachen und nach dem Besuch in einem benachbarten Geschäft, in dem wir Partner T-Shirts für unsere Kids fanden (manchmal sind wir echt peinlich) öffnete auch das Café seine Pforten und ein Mittagessen stand an. Danach wanderten wir zu den Klängen von Guns n’ Roses und deren „Paradise City“ hinaus auf die Terrasse, die wegen des Windes heute geschlossen war und standen in einem Traum. Weißer Sand, türkises Wasser, ein traumhafter Blick. Wir erinnerten uns an einige der schönsten HRCs, die wir bislang gesehen haben … St. Maarten hatte einen ähnlich schönen Blick, Key West und Nassau konnten zumindest vom Klima mithalten … aber sonst wird es schon eng.

Dennoch ließen wir Cancun hinter uns und fuhren da vorbei, wo wir heute eigentlich hin wollten, den Wasserpark „Wet n’ Wild“ von Cancun. Doch aufgrund des starken Windes wäre es für die Kinder (und die Mama) dort zu kalt gewesen, daher fuhren wir daran vorbei und machten uns auf die 200 Kilometer nach Chichen Itza, der Maya Pyramide mitten im mexikanischen Dschungel. Auf dem Weg dorthin trafen wir einige einheimische Raubritter, die uns für die Autobahn hin und zurück gut 30 Euro Gebühr abknöpften, einen chaotischen Einlass in die Maya-Stätte, wo man an zwei verschiedenen Stellen Tickets kaufen mussten, offensichtlich einmal Eintritt und einmal Steuer … wir trafen auch viele Händler denen wir (Achtung:) nichts von ihrem Schund abkauften und eine sehr schöne Pyramide, die schon ein paar Jahre in der Landschaft herumsteht. Bis vor wenigen Jahren durfte man diese sogar hinaufklettern, zunehmende Schäden verhindern dies heute.

Die Reisegruppen durften zusammen mit ihren Guides immer einen komischen Rhythmus klatschen, erinnerte uns ein bisschen an die Führung im New Yorker UNO-Gebäude vor Jahren, als wir zu „Ban – Ki – Moon“ klatschen sollten. Rainer versuchte die Reisegruppe zu einem „SECHZIG … klatsch, klatsch, klatsch“ zu animieren … hat leider nicht geklappt. Also erfreuten wir uns an der Pyramide, scheiterten am kaputten Geldautomaten, tauschten unsere letzten Dollar in Pesos um … denn die Straßen-Raubritter akzeptieren nur Barzahlung und auch nur Pesos, was da sicherlich öfters zu Problemen führt.

Am Ende eines ereignisreichen Tages kamen wir pünktlich zum Abendessen ins Hotel und waren saumüde … Problem: Die Kinder sind nicht müde. Benny krabbelt fröhlich herum und Leo will unbedingt noch zur 21 Uhr Kinderdisco … dabei könnten wir Großen jetzt schon schlafen …

2009/10, 2011, 2014/15 und 2017