08.12.2017 – Riviera Maya (2), Dolphinaris

Wenn die Tochter bereits mit sechs Jahren einen klaren Berufswunsch hat, ist es meistens so etwas wie Tierärztin, Lehrerin oder Tänzerin. Unsere Maus ist seit über einem Jahr der festen Überzeugung, dass sie später einmal Wal- und Delfinschützerin wird. Da man hierfür am besten Meeresbiologin wird, ist das ihr erklärter Berufswunsch. Bereits in Kanada durfte sie ja mit Rainer die Orcas live erleben und in Miami vergangene Woche ein Bussi von einem Delfin bekommen. Und da Delfine neben Walen und Haien ihre absoluten Lieblingstiere sind, hatte Rainer heute den perfekten Ausflug geplant. Bianca war natürlich seeeeehr schwer davon zu überzeugen, als erwachsene Begleitperson mit zu kommen. Es ging ins etwa 30 Minuten entfernte Delfinarium zu Flipper & Co. Das Delfinarium selbst überraschte uns dann doch sehr. Es war riesig und wunderschön angelegt. Die Wartezeit wurde besonders für Leo durch den Infinity-Pool verkürzt, den alle Besucher benutzen dürfen. Das ließ sich unsere kleine Wasserratte natürlich nicht zweimal sagen. So planschte sie bereits eine Stunde vor Beginn unserer Tour im kühlen Nass und freundete sich mit einem anderen Mädchen namens Chloe an. Die sprach zwar nur englisch aber Wasser spritzen und Quatsch machen braucht keine gemeinsame Sprache. Benny verschlief die Zeit lieber in seinem Buggy und war dafür pünktlich wach als es endlich für Bianca und Leo losging. 

Nachdem wir unsere Schwimmwesten erhalten hatten, wurden wir vom nächsten Guide in den Vorbereich der Becken gebracht. Dort wurden wir über die Gefahren für den Ozean durch den Klimawandel und die Umweltverschmutzung mit Plastik aufgeklärt. Alles wichtige Themen, allerdings für uns nichts Neues. Unser wandelndes Ozean-Lexikon namens Leo klärt uns ja auch so schon ständig mit Zitaten aus ihren Wissensfolgen und Büchern über alles rund um das große blaue Nass auf. Umso stolzer war sie, dass sie alle Fragen der Führerin mit Mamas Übersetzungshilfe beantworten konnte. 

Richtig Glück hatten wir auch mit unserer Gruppengröße. Die Gruppen vor und nach uns waren mit mind. zehn Leuten jeweils vollgepackt. Wir hingegen waren nur zu sechst. Zwei Kolumbianer, Leos Freundin und ihr großer Bruder, das war es schon. War natürlich super, da wir so mehr Zeit für die Delfine zugestanden bekamen. Nach dem obligatorischen Händedesinfizieren und der Sicherheitseinweisung ging es endlich ins Wasser. Da das Becken noch eine Art riesen Stufe eingebaut hatte, konnten wir uns zuerst bequem in einer Linie aufstellen und die zwei Delfine Kai und Moses begrüßten uns. Wir waren mit unserer Gruppe im „Kindergarten“ gelandet. Hier waren die Jungdelfine untergebracht, Kai und Moses sind beide vier Jahre alt. Doch dann hieß es circa 30 Minuten Spaß im Wasser mit diesen absolut faszinierenden Tieren. Wer noch nie einen Delfin streicheln durfte … es gibt glaub ich nichts tolleres. Die Haut ist super glatt, dabei aber auch richtig straff und muskulös. An manchen Stellen dann etwas von den spielerischen Kämpfen mit kleinen Kratzern angeraut aber insgesamt einfach nur hübsch. Besonders die wachen Augen und der gepflegte Eindruck haben Bianca gefallen. Man merkt, das es den Tieren hier trotz aller Touristenaktivitäten gut geht. In den dreißig Minuten durften wir die zwei richtig gut kennenlernen. Neben den klassischen Bussis, Winkewinke, singen, schnattern und springen durften wir auch einzeln direkt mit den Tieren agieren. So mussten wir einmal durchs ganze Becken schwimmen, was vor allem Leo dank Seepferdchen richtig gut meisterte. Nachdem man eine Hand ausgestreckt und eine aufs Herz gelegt hatte, sauste ein Delfin an einem vorbei, man durfte seine Flipper festhalten und wurde durchs Wasser gezogen. Zur Erklärung: Finne ist die Rückenflosse, Flipper die an der Seite. Der Delfin schwamm also auf den Rücken und wir waren über ihm. Diese Geschwindigkeit, die Kraft und der Kontakt mit dem Tier, Leo wäre fast explodiert vor Freude. Laut ihrer Aussage kribbelte es im ganzen Körper. Nachdem man noch einmal einzeln mit den Tieren schwimmen durfte und sie an den Finnen festhalten, ihnen Bussis geben durfte und die Wange hinhalten gab es noch einen Höhepunkt. Der Trainer verteilte Schnorchelmasken und wir schwammen wieder in den tiefen Bereich. Circa zehnmal schwamm einer der beiden Delfine an uns vorbei und durch die Schnorchelmaske konnten wir sie auch unter Wasser beobachten und natürlich berühren. Das schwierigste war da schon fast gegen die Wellen, die von den Schwimmbewegungen der beiden ausgelöst wurden, anzukommen um in einer Linie zu bleiben. Leo und Bianca waren einfach nur dankbar, dass sie das erleben durften auch wenn die Zeit natürlich viel zu schnell vorbei war. 

Mit einem leichten Sonnenbrand, da Sonnencreme im Becken verboten ist aber mit vielen Schmetterlingen im Bauch kehrten sie anschließend zu Rainer und Benny zurück. Das sind Momente die man nie vergessen wird. Die Fotos die ein Fotograf währenddessen gemacht hat, können wir euch an dieser Stelle leider nicht zeigen. Einzelne Fotos konnte man nicht kaufen, sondern nur ein ganzes Paket, für das sie ungefähr 150 Euro verlangt hätten. Ääääh, nö. Die können sie sich behalten. Die Erinnerungen kann uns keiner mehr nehmen und für das Geld machen wir dann lieber etwas schönes zu viert. 

Anschließend sausten wir zurück im Hotel, denn Leo hatte bereits wieder einen Termin. Um 15 Uhr startete die Schatzsuche im Kinderclub. Die durfte auf keinen Fall verpasst werden. Schon heute früh hatte sie eine Stunde mit der deutschen Animateurin und zwei deutschen Kindern verbracht, ehe wir zum Schwimmen aufgebrochen sind. Aber jetzt gab es kein Halten mehr, endlich wieder weg von Mama und Papa. Okay, irgendwie wird sie uns zu schnell groß… Auch als wie ausgemacht nach einer Stunde der Papa kam um sie abzuholen, wurde er wieder weg geschickt. Mal schauen, wann es der Dame recht ist, wieder etwas Zeit mit ihren alten Eltern zu verbringen.

2009/10, 2011, 2014/15 und 2017