05.07.2017 – Anaheim, Downtown Disney

Es war wieder einmal soweit, Rainer steuerte das Mietauto mit feuchten Augen an der Rückseite des Las Vegas-Signs vorbei, auf der  steht „Drive carefully, Come back soon“. Was andere als netten Gruß empfinden ist für Rainer allerdings eine Aufforderung, wenn nicht ein Befehl: „Come back soon“ – also „Komm bald zurück“. So war nur ein Auge feucht, das andere freut sich bereits darauf, wenn die Oakland Raiders endlich ihr Stadion gebaut haben und als Las Vegas Raiders in der AFC West gegen die Denver Broncos antreten. Die beste Football-Mannschaft der Welt auswärts in der großartigsten Stadt der Welt … wenn das mal kein Grund ist, wiederzukommen 😉

Also hatten wir die Stadtgrenzen von Las Vegas verlassen und machten uns auf den Weg nach Kalifornien. Doch der erste Stopp ließ nicht lange auf sich warten. „Seven Magic Mountains“ lautete er, ein Kunstwerk mitten in der Wüste. Ja gut, über den künsterlischen Wert lässt sich sicherlich streiten aber lustig schauen die leuchtend bemalten Steinhaufen schon aus. Da es kaum Umweg bedeutet, da diese direkt neben der Interstate 15 liegen, kann man schon einmal kurz halten. Danach ging es weiter in Richtung Süden und schon bald war Primm und damit auch die Grenze zu Kalifornien erreicht. Mit dem Hit von Phantom Planet im Ohr fuhren wir beschwingt weiter und passierten Highlights wie das größte Thermometer der Welt in Baker, das heute 108 Fahrenheit anzeigte. Der nächste Stop in Yermo war allerdings eher frustrierend, denn Peggy Sue wollte dass wir mindestens 40 Minuten warten, um in ihrem 50’s Diner ein Mittagessen kaufen zu dürfen. Wir schlugen ihr vor, uns den Schuh aufzublasen und fuhren weiter in Richtung Barstow.

Dort hatte roadsideamerica.com einen wundervollen Tipp für uns, in einem Bahnhof, den noch nie ein Zug gesehen hatte … außer der Fake-Waggons, die vor dem Bahnhof stehen und in denen man Fastfood mit dem goldenen M verzehren kann. Allerdings nutzten wir nur den Drive-In, denn ein paar Meter weiter wollte Rainer lieber den großartigen Babyback-Rib Burger von Carls Jr. verputzen. Also aßen die hinteren Reihen Nuggets und vorne gab es den Burger, das Ganze bei laufender Klimaanlage im Auto.

Anschließend ging es weiter in Richtung LA bzw. Anaheim. Am Horizont hatten wir schon länger Rauchwolken gesehen, nun führte uns die Interstate 15 direkt an einem Waldbrand vorbei. Natürlich gab es einen Stau, da fotografiert und geschaut werden musste. Sicherlich, auch wir machten Bilder allerdings erledigte das Bianca und wir fuhren vorbei ohne jemanden zu behindern. Und hatten Respekt vor den Feuerwehrleuten, die bei brütender Hitze den Berg hinaufstiegen um die Flammen zu löschen. Unterstützung erhielten sie aus der Luft, wir sahen ein paar Kilometer weiter Hubschrauber mit Wasserrüsseln und Löschflugzeuge in Richtung der Brandstelle fliegen. Das ganze übrigens bei San Bernardino, wo unlängst Leonard von The Big Bang Theory seine Villa in den Flammen verloren hat. Ja, was man alles weiß, wenn seine Frau die Klatschpresse verfolgt …

Nicht lange darauf erreichten wir bei Rialto die Route 66 und das Wigwam Motel. Vorbild für das „Cozy Cone Motel“ bei Cars. Das werden wir morgen im Disneys California Adventure sehen und wollen optimal vorbereitet sein 🙂 Schlafen wollen würden wir dort übrigens nicht. So nett das Motel selbst aussieht, so gruslig ist die Nachbarschaft …

Der nächste Stopp auf der Liste war ein billiger Einkauf, nachdem wir zuletzt Wasser und ähnliches (ein Deo für 9 Euro) zu Goldpreisen in Vegas kaufen mussten, ging es nun endlich wieder billiger. Dazu gab es Erdbeeren für 98 Cent die Packung und einige Packungen Schokokekse. Genau die Schokokekse, die Bianca daheim so gerne isst. Kein Wunder, dass wir sie hier bekommen haben, denn wir waren bei ALDI USA, ein Markt dessen Adresse wir zum Spaß schon von zu Hause herausgesucht haben. Könnte dennoch sein, dass wir hier noch einmal stoppen, denn er ist um einiges günstiger als WalMart und Co. und liegt nur wenige Kilometer von unserem Hotel entfernt. Aldi möchte nämlich künftig auch den US-Markt erobern. Was früher bei uns noch etwas „Schmuddel“-Charakter hatte aber mittlerweile total normal ist, wird hier gerade zum Trend. Die Amerikaner sind einkaufen auf diese Art nämlich überhaupt nicht gewöhnt. Normalerweise packt zum Beispiel der Kassier die Einkäufe in Plastiktüten. Und auch das System mit den Einkaufswagen die man mit einer Pfandmünze ausleiht und wieder zurück bringen muss, wird hier erstmal mit großen Plakaten erklärt. Gut, spart dem Unternehmen Geld wenn kein Mitarbeiter die Wägen aufsammeln muss und macht die Produkte günstiger, so zumindest das Konzept. In den Regalen sind auch einige deutsche Produkte wie Sauerkraut aus dem Glas und Doppelkekse. Würden wir auswandern, dann nur in die Nähe eines Aldis ;-), nur das Sauerkraut würden wir im Regal stehen lassen. 

Ein paar Minuten später kamen wir auch schon in unserem Hotel für die nächsten Nächte in Los Angeles und Umgebung an. Nach dem Check-In ging es zügig über die Straße und wenige Meter die Zufahrt zum Disneyland entlang, schon standen wir in Downtown Disney. Eine Einkaufsmeile mit viele Shops und Restaurants, die den Eingang zu den Disney Parks bildet und auch denjenigen Geld abnimmt, die heute nicht im Park waren. Wir entschieden uns für einen Italiener und waren begeistert. Leckere Calamari, endlich mal Nudeln, die al dente und nicht total verkocht waren und ein unbezahlbarer Ausblick auf die  Leute, die auf und ab marschierten. Das Ganze auch bei Temperaturen, die auszuhalten waren. Knapp 30 Grad, leichter Wind und ein schönes schattiges Plätzchen im Biergarten gefielen uns sehr gut.

Anschließend spazierten auch wir noch ein wenig durch die Geschäfte und holten uns schon einen Parkplan für morgen. Wir machten noch einige Fotos und fanden auf dem Rückweg einen Abkürzer über den Angestellten-Parkplatz, der uns noch schneller ans Hotel brachte. Dort hüpften Leona und Rainer noch kurz in den Pool, während Bianca schon mal alles für morgen herrichtete, schließlich muss die Super-Mami morgen Paprika, Äpfel, Gurken und Erdbeeren in Brotzeitboxen vorbereiten. Jetzt geht’s gleich ins Bett, morgen wird anstrengend werden, wenn wir Disneyland (bzw. das California Adventure) erobern.

Und noch eine kleine Anmerkung für unsere Nichte: Dear Emily, we are very proud of you. You sail through your english exam. Little kiss, honey. 🙂

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