04.12.2017 – Anreise Mexico

Wenn der Ehemann ganz beiläufig erwähnt, dass die Denver Broncos im Dezember gegen die Miami Dolphins Football spielen werden, hat man drei Möglichkeiten. Möglichkeit A: Man hat keine Ahnung, was er damit sagen will. Möglichkeit B: Man erklärt ihm, dass er dieses Spiel definitiv nicht live sehen wird. Möglichkeit C: Nach zwölf Jahren erkennt man genau den Punkt, an dem eine verrückte Idee bereits beschlossen ist und versucht noch, dass Beste heraus zu handeln. Also war die Antwort auf die oben genannte beiläufige Erwähnung von Bianca: „Aber nur wenn wir eine Kreuzfahrt dazu machen“. Nach gefühlten drei Sekunden Bedenkzeit formte sich ein Plan in Rainers Kopf und es war beschlossene Sache, dass wir die Chance nutzen in Leos Vorschuljahr noch einen Urlaub außerhalb der Weihnachtsferien zu machen. 

Die nächsten Tage verbrachten wir damit, die Seiten von Royal Caribbean und der anderen Kreuzfahrt-Gesellschaften durchzukämmen aber irgendwie war nichts passendes dabei. Entweder zu viele Ziele die wir bereits kannten oder zu wenig neue Hard Rock Cafes, was für Rainer ja auch wieder wichtig ist. Also musste eine Alternative her die folgende Ansprüche erfüllte: Neue HRCs, Strand, Sommerwetter, All Inclusive und Kinderfreundlich. Rainers kam auf die geniale Idee, Mexico als Anhängsel an das Footballspiel zu planen. Ein bisschen Recherche, abklären ob wir in der Arbeit Urlaub bekommen und Biancas Schwester auf unsere zwei Katzen aufpassen kann und schon stand der Plan. Wir werden nach dem Spiel noch 10 Tage im „Mallorca der Amerikaner“ verbringen. 

Heute war es dann soweit. Bereits um 4.45 Uhr mussten wir uns aus unseren Betten im sehr schönen Holiday Inn im Herzen von Miami quälen. Rainer hatte die ganze Nacht immer wieder versucht, dass TomTom Navi auf sein Handy zu laden, mangels schnellem WLAN aber leider vergeblich. Insgesamt sind wir dieses Mal eher mit schlechtem WiFis in den Hotels versorgt, was man leider auch an den Uploads der Tagebucheinträge merkt. 

Leo die die Nacht sehr gut auf ihrem Luftmatratzenbett in einem eigenen Zimmer (ein riesen begehbarer Kleiderschrank) verbracht hatte, war zum Glück schnell wach und half fleißig mit. So konnten wir wieder mit unseren drei Koffern und dem Buggy problemlos auschecken. Das ist doch leichter, als bei den sieben Koffern im Sommer. Nach einer kurzen Fahrt zum Flughafen ging es für uns zum Abfluggate von American Airlines. Doch zuvor mussten wir noch einmal unsere Koffer umpacken, denn heute sollten wir den ganzen Tag nicht viel Glück mit Personal haben. Wegen 200 Gramm (!!) checkte sie unseren Koffer nicht ein und wir mussten umschlichten. War dann natürlich schnell erledigt aber einfach ärgerlich.

Auf dem Flug lernten wir dann doch noch etwas neues. Normalerweise erhält man für Babys die noch keinen eigenen Sitzplatz haben, einen gesonderten Gurt den man in seinen einhängt und mit einer zweiten Schlaufe mit dem Baby verbunden ist, dass dann auch einen Beckengurt hat. Auf Nachfrage erklärte uns der Steward aber, dass man solche Gurte nicht verwenden sollte, weil damit die kleinen Kochen brechen würden. Gut, hat man bei American Airlines halt eine andere Meinung als bei Lufthansa, wir dachten immer, dass das Vorschrift ist. So durfte Benny einfach nur auf Biancas Schoß Platz nehmen wo er dann nach der Hälfte des Fluges einfach die Augen zu machte und los ging es in ein neues Land für die Kinder. Bianca und Rainer waren schon einmal bei ihrem ersten Amerika Urlaub von San Diego aus kurz über die Grenze nach Tijuana gelaufen aber so wirklich konnte man die Straßen um die Kontrollen nicht zählen. Damals wurden wir noch mit Maschinengewehren und gepanzerten Autos empfangen, heute zeigte sich uns ein komplett anderes, sehr tourimäßiges Mexico. 

Aber erstmal mussten wir die Einreiseformalitäten überstehen. Während des Fluges wurde uns ein Formular ausgehändigt. Der allwissende Flugbegleiter erklärte uns auch hier die Welt und sagte deutlich, dass wir nur ein Formular pro Familie ausfüllen müssen. Tja, fand die Grenzkontrolleurin nicht und schickte uns wieder weg. Also dann halt nicht in Ruhe, sondern schnell schnell die Fragen für jedes Familienmitglied beantworten. Leider hatte auch Benny nicht mehr als 10.000 Euro Bargeld dabei und so konnten wir nichts spannendes ankreuzen. Hat die Kontrolleurin dann aber eh nicht interessiert. Während sie mit ihrer Kollegin geratscht hat, wurden die Stempel mit Gewalt auf den Ausweis gehauen, Ausweise wurden nicht kontrolliert und schon durften wir einreisen. Ach ne, doch nicht. Gab nämlich nochmal eine Gepäckkontrolle und auch hier hatten wir leider kein Glück. 

Der Zufallsgenerator dachte sich, hmmm nehm’ ich doch mal die mit dem Baby und schick sie zur Kofferkontrolle. Also alle Koffer wieder auf und einmal durch gewühlt vom nicht wirklich freundlichen Zöllner. Aber egal, unsere Urlaubslaune wollten wir uns nicht verderben lassen. Auch nicht bei der wieder ewig dauernden Abholung des Leihautos. Zur besonderen Freude von Rainer gab es dann noch einen leuchten roten VW. 

Wirklich beeindruckt hat uns aber die Straße vom Hotel Richtung Strand. Man fährt ja circa eine Stunde bis man Playa del Carmen erreicht. Auf dem Weg dorthin ist jedes Hotel und jedes touristische Ziel mit Schildern in der Größe unserer Autobahnschilder ausgezeichnet. Das findet man alles ohne Navi und die Straße geht sowieso steckerlgerade aus. Wäre also gar nicht unbedingt nötig gewesen, das Navi am Flughafen noch einmal zu laden … aber geschadet hat es ja auch nicht. Die Hotelkomplexe bilden eine eigene Stadt die durch einen vorgelagerten Sicherheitscheck abgeriegelt ist. Aber unser erster Eindruck ist schon mal sehr gut. Alles grün, sauber, perfekt organisiert und zivilisiert. Hat uns sehr an Teneriffa oder die Südküste von Spanien erinnert. 

Und dann war es endlich soweit, wir erreichten unser unfassbar tolles Hotel. Wenn man sich so ein Hotel in der Karibik, der Dominikanischen Republik oder ähnliches vorstellt, trifft das ziemlich genau unser Domizil für die nächsten neun Nächte. Bereits beim Einchecken gab es einen Begrüßungscocktail und ein all inclusive Bändchen. Da die Zimmer noch nicht fertig waren, gingen wir erstmal Mittagessen. Und zeigte es tatsächlich, dass anscheinend die halben Einwohner von Florida hier Urlaub machen. Burger, Pizza, Pommes, Pasta, alles was das USA-Herz und somit auch Rainer begehrt. Nicht gesund oder für eine Diät gemacht aber dafür unfassbar lecker. Nach dem kurzen Boxenstopp, durfte Benny seinen Mittagsschlaf im mittlerweile fertigen Zimmer erledigen und gleich mal sein Babybett einweihen. Leo und Rainer hielt nichts im Zimmer und es ging ab an den Pool und ans Meer. Ein absoluter Traum. Palmen, türkises Wasser, weißer Sandstrand. Seufz… So stellt man sich einen Traumurlaub vor. Dazu gefallen uns einfach so Kleinigkeiten wie der rollstuhlfahrerfreundliche und somit auch kinderwagentaugliche Zugang zum Strand, die Sonnensegel über dem Kinderpool, die Strandliegen mit Palmen und Sonnenschirmen… Bislang sind wir absolut überzeugt. Nachdem auch Bianca und Benny einen Kurzbesuch am Strand genossen haben und wir ein frühes aber wieder leckeres Abendessen erledigten fielen die Kids und Rainer umgehend ins Bett. Keine Überraschung nach dem frühen Start in den Tag. Morgen werden wir es dann komplett ruhig angehen lassen und das Hotel so richtig erkunden. Mal sehen ob Benny seine Abneigung gegen Sand irgendwann noch verlieren wird oder ob er weiter lieber auf dem Beton bleibt. 

Aufgrund der oben bereits erwähnten schwachen Internet-Verbindung hier im Hotel kann es durchaus sein, dass die nächsten Tagebucheinträge nicht immer genau pünktlich sind bzw. die anhängenden Fotos eher klein und vielleicht auch gar nicht dabei sind. Mal sehen, wie es klappt … mal so fast ohne Internetz schadet ja auch nicht …

2009/10, 2011, 2014/15 und 2017