04.07.2017 – Las Vegas (8)

Happy 4th of July from Las Vegas! Die USA feiern heute ihren Unabhängigkeitstag und wir sind mittendrin! Gerade jetzt, als wir auf den Tag zurückschauen, können wir von unserem Zimmer im 21. Stock des Flamingo-Hotels nicht nur auf den heute ausschließlich rot-weiß-blau beleuchteten „Highroller“, das Riesenrad von Las Vegas schauen, sondern überblicken auch die nordöstlichen Vororte der Glitzerstadt, in denen es eher selten glitzert. Heute aber schon, denn überall gehen Raketen in die Luft und tauchen den Himmel immer wieder in die schillerndsten Farben. Dieses Spektakel läuft schon seit Einbruch der Dunkelheit und scheint noch lange anzudauern. Auch dort, wo wir heute schon unterwegs waren, sahen wir überall die Leute in USA-Shirts, mit Fahnen, Hüten und Haarreifen. Der Nationalstolz ist hier sehr groß und wird überall ausgelebt, schade dass dies in Deutschland immer noch ein wenig verpönt ist, wir sollten auch öfter unsere Fahne mit Stolz tragen, nicht nur zur Fußball-WM.

Auch wir waren übrigens passend gekleidet, trugen unsere USA-Shirts und freuten uns mit den Amis mit. Der Weg führte uns heute wieder in Richtung Norden, der Bus fuhr uns zuerst zum Circus Circus, an dem wir uns erst einmal im Subway stärkten. Die kostenlose Zirkusshow inmitten der „Midway-Games“, den kleinen Jahrmarktspielen an denen man viel Geld loswerden soll, indem man Basketbälle in zu kleine Ringe zu werfen versucht und ähnliche Spielchen, ließen wir aus, da anfangs nur Clowns angesagt waren. Also führte uns der Weg direkt in die angebaute Zirkus-Kuppel am Hotel, dem „Adventuredome“. Dort verschafften wir uns zuerst einen Überblick über das, was an Fahrgeschäften für Leo geboten wird, wir kannten den Dome ja schon aus dem letzten Vegas-Urlaub aber bevor wir ein Ticket kauften, wollten wir uns informieren. 

Und genau das war der Moment, in dem Leo zu betteln anfing. Sie hatte „El Loco“ entdeckt, eine der beiden Monster-Achterbahnen des Parks. Rainer hatte sich nämlich strikt geweigert, die andere Bahn mit zwei Loopings und zwei Schrauben mit ihr zu fahren aber „El Loco“ sollte es für Leo dann unbedingt sein … und auch wenn Rainer genau wusste, dass er sich spätestens am Ende des Anstiegs dafür hassen wird … er kann Leo einfach nichts abschlagen. Also kauften wir zweimal den Tagespass für alle Attraktionen (Bianca war seeeeehr traurig, die Achterbahnen mit Benny noch nicht fahren zu dürfen) und kurz darauf saßen wir in der Bahn. Der Versuch hinten im Wagen zu sitzen scheiterte aufgrund der frühen Uhrzeit und des geringen Andrangs grandios, wir mussten nach vorne und bekamen alles hautnah mit. Es ging nach oben und oben und oben und Rainer begann sich selbst zu hassen. Dann ging es los, eine kleine Kurve und dann ein Absturz 90 Grad nach vorne mit dem direkten Blick in den Abgrund. Dahinter wieder hoch, eine Schraube, etwas kopfüber gefahren und wieder runter. Als großes Finale gab es nochmal einen Überschlag, bei dem man ganz langsam kopfüber drehend in Richtung Ausgang kam. Dort angekommen ging der Bügel nicht auf … es musste erst ein Techniker kommen, der die beiden mutigen Achterbahn-Fahrer befreite. Leona unser kleines Actionkind wäre übrigens nochmal gefahren aber Rainer blieb ausnahmsweise hart, das wollte er sich nicht noch einmal antun.

Es ging erstmal alleine weiter für Leo. Ein Kinder-Freefall-Tower, verschiedene kleinere Achterbahnen, Berg- und Talbahnen und kleinere Fahrgeschäfte. Erst am Riesenrad machte Rainer wieder mit. Danach war dann erstmal Benny-Zeit. Der bekam an der gleichen Stelle, im gleichen Geschäft wie damals Leona sein Türschild für das Kinderzimmer zu Hause. „Benjamin’s Room“ steht allerdings nicht vor einem Elsa-Hintergrund, unser Kleiner hat ein Cars-Motiv bekommen, Autos passen ja dann doch besser zu einem Jungen. Darauf hat sich Bianca schon seit Monaten gefreut. Sie bekam übrigens heute ein Elsa-T-Shirt für große Mädchen, welches genau seht ihr unten bei den Bildern.

Nach einer kurzen Eis- und Getränkepause ging es weiter. Eine große Schiffschaukel für das flaue Gefühl im Magen, der 4D-Film „Ice Age“ mit Luft an den Beinen und Wasser im Gesicht, der Autoscooter und nochmal einige der bereits gefahrenen Attraktionen warteten auf uns. Nach über 6 Stunden hatte Leona dann aber genug und der Papa hatte es überstanden. Auf dem Weg nach draußen schauten wir dann doch noch eine Clown-Show und dann verließen wir das Circus Circus wieder. Na ja, noch nicht ganz … auf dem Weg, kurz vor dem Ausgang mussten die Mädchen nochmal für kleine Prinzessinen während die Buben auf einer Sitzbank warteten.

Und dann war es endlich soweit, Benny hatte den Papa endlich verstanden. Seit Tagen grinst er aus seinem Kinderwagen heraus nur alte Weiber an, die dem Papa dann eine Geschichte erzählen und Papa erklärt dem Benny seit Tagen, dass er doch junge, attraktive Damen anlächeln soll. Und endlich hat er das auch gemacht. Die beiden gut 20-jährigen Mädels kamen, er lächelte, sie blieben stehen, lächelten zurück und sprachen den Papa an: „You have a very nice son, Sir“ … SIR? Wieso SIR? Schaut der Papa wirklich so alt aus, dann man ihn schon SIR nennen muss? Da war der Papa ein wenig traurig, soll der Benny lieber wieder die alten Weiber anlachen, bevor ihn die Jungen für alt halten …

Traurig ging es mit dem Bus weiter zur Fremont Street, wo schon einiges los war. Wir machten uns aber auf den Weg zu einem Restaurant, in dem wir schon am 25. Dezember 2009 gesessen sind, als wir vom Zion Nationalpark und Bryce Canyon Nationalpark kamen und weder in Utah noch in Nevada irgendwo etwas zu essen aufzutreiben war. Erst im Tony Romas an der Fremont Street gab es etwas für uns. Und da auch heute wieder Feiertag ist, fuhren wir wieder dorthin. Nach einem ausgiebigen Abendessen mit Steaks und Spareribs beobachteten wir noch etwas das Treiben und wollten eigentlich auf die Show im LED-Dach der Fremont Street Experience warten. Doch Leo war schon so müde, dass wir uns entschieden haben, zum Strip zurückzukehren und zum Abschluss noch einmal die Fountains of Bellagio, den Mega-Springbrunnen vor dem Luxus-Hotel anzuschauen. Das machten wir dann auch und sahen die Show zu Celine Dions „My heart will go on“. Offensichtlich passt die Titanic aber nicht auf den Comer See, denn es gab kein Schiff, das einen Eisberg rammte (wäre bei Temperaturen jenseits der 40 Grad auch seltsam), sondern nur Nebel und Wasserfontänen. Für Gänsehaut bei Bianca reichte es trotzdem und das will bei den Temperaturen etwas heißen.

Aktuell erfreuen wir uns immer noch am Feuerwerk über North Las Vegas, mittlerweile ist auch eine offensichtlich professionelle Show dazugekommen und dann wird sich Bianca, sobald die Kinder eingeschlafen sind, noch über die Koffer hermachen. Denn morgen werden diese wieder ins Auto geladen, unsere Zeit in Las Vegas ist leider schon vorbei. Es geht weiter ins kühle (30 Grad) Los Angeles.

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