03.07.2017 – Las Vegas (7)

Heute war es soweit, wir haben ganz offiziell aufgegeben. Nachdem wir die letzten Tage fleißig und tapfer bei mehr als 40 Grad den Strip auf- und abgelaufen sind, haben wir uns heute eine Busfahrkarte gekauft. Mit der können wir die Busse nutzen, die im kurz aufeinanderfolgenden Takt vom Süden der Innenstadt (sogar bis zu den Fashion Outlets South, die wir aber nicht mehr besuchen werden) bis in den „hohen Norden“  an der Fremont Street und zurück fahren. Hauptsächlich diente dieser Einkauf schon dem morgigen Tag, denn dann haben wir den absoluten Nordteil des Strips eingeplant, das Circus Circus-Hotel mit vielen Leona-Attraktionen, den Stratosphere Tower und abends dann die Fremont Street Experience mit dem LED-Dach.

Heute ging es ebenfalls nach Norden, allerdings nicht ganz so weit. Über das Venetian und das Palazzo ging es Richtung Wynn und Encore mit hübschen Springbrunnen und Wasserfällen vor der Tür. Bei den Zwillingshotels steht allerdings am Eingang, dass Kinderwagen und Personen unter 21 Jahren in deren Shop-Zeile nicht erwünscht sind. Die Zielgruppe des schicken Hotels dürfte damit klar sein. Können sie uns auch mal, geben wir unser Geld halt woanders aus … zum Beispiel in der Fashion Show Mall direkt gegenüber, einem riesigen Einkaufszentrum, das erst auf den zweiten Blick riesig wird, denn von außen sieht es zuerst einmal recht übersichtlich aus. Nein, gebraucht haben wir eigentlich nichts mehr aber wenn Du meinst es geht nichts mehr, kommt irgendwo ein Shop daher.

Diesmal war es ein Sportgeschäft in dem wir endlich für „Rainers Zweitfrau“, wie es Bianca so nett ausdrückte, fündig wurden. Wir hatten ja schon zuletzt immer geschaut, ob wir etwas von den Philadelphia Eagles finden aber scheinbar mag die an der Westküste echt keiner, Rainer ist nicht mal sicher, ob die an der Ostküste mehr als 5.000 Leute gut finden. Heute gab es ein paar Kleinigkeiten, was genau können wir an dieser Stelle noch nicht verraten, da Dani ja immer brav mitliest. Und ein T-Shirt der Oregon Ducks haben wir für die Dani auch gefunden, wieder jemanden glücklich gemacht.

A propos glücklich … nach unserer Hochzeit am 24. Dezember 2014 haben wir hier in Las Vegas in einem kleinen Italiener mit rot-weiß-karierten Tischdecken gegessen und gefeiert, genau zu diesem Italiener sind wir heute wieder gegangen und haben erneut ein schönes Mittagessen genossen. Rainer hatte zur Vorspeise ein Bruschetta mit Erdbeere, Orangenschaum und Schinken, das war sehr lecker. Leo hat unterdessen das Dippen von Baguette in Öl und Balsamico für sich entdeckt. Die großen Hackfleischkugeln (Meatballs) die es hier zu Spaghetti Bolognese gibt, liebt sie eh. Für sie sind es halt Fleischpflanzerl.

Als wir das Restaurant verließen war es prügelheiß und wir kauften die angesprochenen Buskarten, denn wir mussten von der Fashion Show Mall weiter ganz in den Süden zur T-Mobile Arena. Zu Fuß für uns heute ein nicht zu bewältigendes Unterfangen. Also rein in den Bus und gemütlich klimatisiert gefahren. Zum Schwitzen reichte schon der Weg vom Excalibur, wo der Express-Bus hielt über das New York New York hin zur Arena. Dort musste Rainer nämlich sein Ticket für Iron Maiden am heutigen Abend umtauschen. Weil er so ein „huge Fan“ ist, gab es ein Upgrade aus dem Oberrang in den Unterrang. Na ja, wahrscheinlich ist die Arena der Las Vegas Golden Knights, die hier ab Oktober NHL-Eishockey spielen, einfach nicht ausverkauft. Der Umtausch ging problemlos, wir kauften gegenüber im Walgreens neben dem Hard Rock Cafe noch viel Wasser und kauften bei Bubba Gump noch ein Oberteil für die Mama, bevor es mit dem Bus wieder zurück ins Flamingo ging, wo wir uns momentan ein wenig ausruhen. Rainer und Leo erobern noch einmal den Pool und Bianca bekämpft das Kofferchaos nach dem ein oder anderen Einkauf in Vegas ehe der Papa dann wieder den Bus besteigen wird um zu Iron Maiden zu kommen. 

Und das hat er dann auch getan. Die Bushaltestelle liegt etwas nördlich des Flamingo und kaum 10 Minuten nach Busabfahrt war das pinke Hotel auch schon wieder erreicht … kaum Stau in der Stadt. Dennoch war der Weg zum New York New York, hinter dem die T-Mobile Arena liegt, klimatisiert und sitzend wesentlich angenehmer als der Fußweg in der Sonne. Entsprechend entspannt erreichte Rainer auch den Eingang, genau zu dem Moment, als aufgesperrt wurde. Und auch der Kampf um ein Tour-Shirt ist in den USA sehr angenehm. Hier wird entlang von Absperrbändern brav angestanden, man kann sich auf dem Weg zum Stand gemütlich alle Shirts ansehen und dann vorne ohne drängeln einkaufen. Das haben wir in Madrid noch ganz anders erlebt …

Leider gab es kein Vegas-Shirt aber immerhin eines der US-Tour. Pünktlich um 19.30 Uhr ging die Vorband Ghost auf die Bühne und heizte der Halle ordentlich ein. Rainer bevorzugte dennoch einen angenehmen Ratsch mit Stephan und Thomas, die direkt vom Pokertisch zum Konzert kamen. Anschließend war es dann Zeit für den Main Event, Iron Maiden kam auf die Bühne und spätestens bei „Fear of the Dark“ taute das Publikum auf. Rainer hatte einen sehr angenehmen Sitzplatz gegenüber den Bühne mit einem freien Sitz auf der rechten Seite … bei voller Auslastung wird es in der NHL-Arena der Las Vegas Golden Knights ab Oktober sicherlich eng auf dem Sitz. Hochinteressant auch die Tatsache, dass sich der Würfel, der später über dem Eis als Anzeigentafel eignen wird, vollkommen in die Decke eingefahren werden kann. Insgesamt haben Rainer sowohl das Konzert als auch die Halle recht gut gefallen, wenngleich einige der ca. 12.000 Besucher des Konzerts durchaus auch anderer Meinung waren und die Veranstaltung auf dem Weg nach draußen eher kritisierten. Für Rainer war das Konzert die Fortsetzung einer Dreier-Reihe von alten Männern, erst Guns n‘ Roses, jetzt Iron Maiden und im Herbst noch die Rolling Stones.

Anschließend ging es auf schnellstem Weg zurück zum Hotel. Wobei der schnellste Weg selbst bei nun „angenehmen“ Temperaturen von gut 35 Grad anstrengend ist. Vor allem auch, da die Luft nicht die Reinste ist. Dabei sind jetzt nicht die Abgase gemeint, sondern die Rauchwolke, die seit dem 1. Juli über der Stadt liegt. Seit hier Marihuana legalisiert wurde, läuft man von einer Gras-Wolke in die nächste und wird unweigerlich zum Passiv-Kiffer. Hoffentlich darf Rainer da übermorgen überhaupt mit dem Auto fahren, nicht dass er durch den Passiv-Rauch zu stark benebelt ist.

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