02.07.2017 – Las Vegas (6)

Ein langer Tag in Las Vegas steht an, das wussten wir schon am frühen Morgen. Denn abends gibt es über dem Caesars Palace das extra auf den Sonntag vorverlegte 4th of July-Feuerwerk und da müssen beide Kinder bis gut 10 Uhr abends wach sein. Für Benny, der ja tagsüber doch noch ab und zu mal ein Nickerchen hält nicht so tragisch aber Leo muss dann doch ordentlich durchziehen.

Also nahmen wir heute etwas Gas aus der Besichtigungstour und machten nur einen kurzen Abstecher an die Fremont Street. Quasi die Altstadt von Vegas mit einer riesigen überdachten LED-Decke. Da die Farbspiele in der Überdachung erst nach 18 Uhr beginnen (die werden wir dann übermorgen ansehen), war noch recht wenig los. Wir kauften noch ein wenig (wirklich nur ein wenig, nämlich ein Poster für das Wohnzimmer – Vegas bei Nacht) und ein pinkes Schlüsselband für Bianca und gingen dann früh zum Mittagessen. Ziel war ein Restaurant, das wir schon öfters im Fernsehen gesehen hatten: Der Heart Attack Grill gleich am Anfang der Straße. Schon am Eingang steht auf großen Hinweisschildern, dass die Burger durchaus kalorienhaltig sind und dass daher nur Barzahlung erlaubt ist, denn es sei nicht sicher, dass man bei Zeitpunkt der Einlösung der Schecks bzw. Kreditkartenabrechnung noch lebt, man könnte ja vorher an Herzinfarkt aufgrund des Burgers sterben. Etwas makaber aber irgendwie auch lustig.

Also erhält man einen OP-Kittel am Eingang und die Bedienung stellt sich als Krankenschwester vor, die einem die Medikamente verschreibt. Wir bekamen einen Single Burger (Bianca), einen Double Burger (Rainer) und eine Portion Pommes (Leo) verschrieben. Am Nebentisch gab es noch Spritzen bestehend aus 50% Wackelpudding und 50% Wodka. Darauf verzichteten wir bei der Hitze lieber. Dafür kamen schnell unsere riesigen Burger … und die haben einen Haken: Sie sind mächtig und machen schnell satt. Rainers Double Burger hatte zwei Scheiben Burger, zweimal Käse, Tomate und Zwiebel sowie 10 (in Worten: ZEHN) Bacon-Streifen. Problem dabei: Wer nicht aufisst wird „gespankt“, bekommt also mit einem Holzbrettchen auf den Popo. Einer vom Nebentisch hat etwas übrig gelassen. Und oha, die streicheln Dich nicht am Allerwertesten, die hauen ganz schön drauf. Bei dem lauten Klatschen zuckten alle Gäste im Restaurant zusammen und aßen schnell weiter. Wir haben also lieber brav aufgegessen und erhielten ein „High 5“ anstelle einer Tracht Prügel.

Danach ging es über den „Tunnel of Love“, die Drive-In-Wedding-Chapel wieder zurück Richtung Hotel. Dort kann man wie im Mc-Donalds aus dem Autofenster heraus beim Durchfahren heiraten, natürlich schön unter einem bemalten Himmel und neben einer kitschigen Kutsche. Nein, wir haben nicht noch einmal in Vegas geheiratet aber die Kapelle, die in der Nähe von „unserer“ liegt, wollten wir doch einmal live sehen. Da haben ja so berühmte Leute wie Michael Jordan oder die Geissens geheiratet. Und wir haben auf der Fahrt vorbei an unserer Chapel  of the Flowers gerne noch einmal an den 24. Dezember 2014 gedacht.

Am Hotel angekommen hieß es dann entspannen und ab in den Pool. Wir genossen die Rutschen im Kinderbereich und tummelten uns im lauwarmen Wasser. Genau das Richtige bei 40 Grad im Schatten. Dazu wummerte die laute Musik der Poolparty nebenan, selten so viel Mist in so kurzer Zeit gehört. Meinte zumindest Rainer, der dafür ja morgen Abend mit Iron Maiden entschädigt wird. Bianca war natürlich ganz begeistert… 

Anschließend ruhten wir uns für den Abend etwas auf dem Zimmer aus und hielten sogar ein kleines Nickerchen. So gestärkt wartete die Las Vegas-Nacht auf uns, die wir auf der Promenade zwischen Flamingo und The Linq begannen, also direkt vor dem Highroller, dem Riesenrad von Las Vegas. Dort war schon alles rot, weiß und blau geschmückt und viele Leute hatten USA-Shirts und Hüte an. Dabei hatte doch Deutschland nur wenige Stunden zuvor den Confederations Cup gewonnen … ja, auch das haben wir zufällig mitbekommen.

Zum Abendessen zog es uns dann aber schon an die Stelle, an der wir auch das Feuerwerk sehen wollten. Vor dem Bally’s-Hotel liegt eine neue Shop-Zeile, die auch gemütliche runde Bänke aufgestellt hat. Von dort kann man das Feuerwerk gemütlich sehen ohne erdrückt zu werden, das macht mit den Kindern am meisten Sinn. Dort gab es Subway-Baguettes und als 21.15 Uhr vorbei war, sahen wir das vorwiegend in rot, weiß und blau gehaltene Feuerwerk auch recht gut. Nicht direkt von vorne, wie auf dem einen Profi-Foto, das unten anhängt aber immerhin. Rainer ging für ein paar Minuten auf die Brücke rüber in Richtung Bellagio um ein paar Fotos zu schießen und war froh, als er wieder bei der Familie war. Zu eng und zu heiß war es da oben. Benny zeigte sich nur wenig beeindruckt und spielte mit seiner Krake während es um ihn rum knallte und funkelte. Erst an den Papa gekuschelt schaute er begeistert zu den hübschen Lichtern.

Nach dem superschönen Feuerwerk (das übrigens Leonas erstes großes Feuerwerk war, das sie gesehen hat), ging es zurück ins Flamingo und ab ins Bett (22.32 Uhr), morgen steht schließlich wieder ein heißer Tag in Las Vegas an.

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