01.12.2017 – Islamorada

Vorab schon mal Entschuldigung für Tipp-Fehler im Text, wir sind heute nicht mehr ganz so fit :-). Damit es ein schöner Urlaub wird, darf für Bianca eines nicht fehlen: Irgendwas mit Tieren ;). Bereits bei unseren letzten Reisen durften wir viele davon näher kennenlernen. Unangefochten bleibt das Tigerbaby bei unserem letzten Besuch hier ganz in der Nähe auf Platz 1. Doch heute hat sich eine Begegnung direkt auf Platz zwei im tierischen Ranking „unvergessliche Momente in Biancas Urlaubs-Leben“ geschoben. Doch dazu später mehr…

In der Nacht war Benny wach. Klar, war ja für ihn dann auch schon 7 Uhr morgens. Bianca schaffte es aber trotzdem, ihn zu überzeugen irgendwann wieder einzuschlafen ohne den Rest der Familie zu wecken und so sind Rainer und Leo bereits nach einer Nacht über den Jetlag von 6 Stunden drüber. Müde sind wir heute abend trotzdem aber die neun Stunden in Seattle im Sommer waren doch deutlich schwieriger. Mal sehen ob es morgen beide Kids zumindest bis zum Sonnenaufgang durchhalten. Danach ist es schwierig, weil die Hotelzimmer taghell sind. Und so war um halb sechs heute früh die Nacht schon wieder vorbei und wir konnten erst einmal ganz entspannt ankommen. Leo führte uns ein Schattentheater mit Hilfe des Badlichts und ihrer Luftmatratze vor und wir stellten erleichtert fest, dass wir dieses Mal kein Gepäck am Flughafen vergessen haben. Aber gut, sind ja auch nur drei Koffer und ein Buggy, da merkt man doch das durchgehend warme Wetter und natürlich die kürzere Zeit (leider).

Nach einem kleinen Frühstück hieß es „Ab in den Süden“ bis fast an die Spitze von Florida. Die „Keys“, die Inselgruppe am Ende von Florida zieht sich wie aufgefädelte Perlen an den Verbindungsbrücken entlang. Hier hat es uns schon beim letzten Besuch richtig gut gefallen. Naja, bei blauem Himmel und 27 Grad kann es aber auch nicht viel Grund zum meckern geben. Für uns war es jedenfalls total surreal, dass Rainer eine Mail von Sechzig bekommen hat, mit der Bitte das heute vor dem Spiel Schnee geräumt werden muss. Gut, das Spiel mussten sie heute ausnahmsweise ohne den wichtigsten Mann überstehen aber dafür waren sie erfolgreich. Rainers „Lieblingverein“ aus Schalding wurde wie schon im Hinspiel problemlos abgefertigt. Und statt Schnee schippen hat sich Rainer lieber einen kleinen Sonnenbrand geholt (trotz Sonnencreme…).

Bereits auf der zweiten Insel der Keys – „Islamorada“ erreichten wir unser Tagesziel. Das „Theater of the Seas“. Ein kleiner aber feiner Tierpark für die Touristenströme. Rainer hatte bereits bei seinen Planungen eine besondere Überraschung für Leo vorgebucht. Heute war der große Tag an dem die Maus und Bianca mit Haien schwimmen sollten. Haie sind ja gleich nach Wale und Delfine Leos Lieblingstiere.

Tja, so war der Plan. Aber eine hatte da was dagegen – Irma. So hieß der Hurrikan der im Sommer mit voller Wucht die Florida Keys getroffen und verwüstet hat. Hier sieht man noch überall die Aufräumarbeiten, hauptsächlich an den Schrotthaufen und gestapelten Müllsäcken am Straßenrand zusammen mit dem Treibgut. Allerdings haben wir es uns schlimmer vorgestellt, die Häuser sind fast alle wieder hübsch. Irgendwann entwickelt man wohl einfach eine gewisse Routine. Richtig schlimm hat es aber leider auch unseren kleinen Park getroffen. Und so erfuhren wir an der Kasse, dass das Haibecken leider wie ein Teil des „Theater of the Seas“ noch nicht renoviert ist und das Schwimmen mit Haien leider nicht möglich ist. Der sehr freundliche Besitzer aus Belgien (der sich noch an den Ex-Löwen Didier Dhedeene erinnern konnte) bot uns als Entschuldigung eine kostenlose Umbuchung auf ein teureres Erlebnis an. Leo durfte entscheiden und die Wahl fiel auf die Seelöwen, knapp geschlagen von Alligatoren füttern (von wem sie das wohl hat…). So dann erst mal den Park erkunden und der ist wirklich richtig richtig gut gemacht. Es gibt dreimal am Tag eine Runde, bei dem man den ganzen Park hinter einander erleben kann. Zuerst erklärt eine Angestellte die verschiedenen Tiere in den Becken. Darunter sahen wir riesige Wasserschildkröten, die hier wieder aufgepeppelt werden und zum Beispiel mit einer Art Schwimmweste nach einem Bootsunfall schwimmen. Es gab Alligatoren und Krokodile, Papageien und kleine Haie. Direkt im Anschluss wird man an den weiteren Punkt übergeben, die Papageienshow. Klar, die üblichen Kunststücke wie auf einer Rolle balancieren haben wir schon zig mal gesehen aber wusstet ihr, dass Papageien richtig rechnen können? Einer musste das Ergebnis mit Glockenschlägen angeben. Zuerst ging es recht einfach, er sollte sieben Mal schlagen. Aber das ein Papagei auch 10 + 4 und 14 – 7 rechnen kann, hat uns extrem erstaunt. Die Zahlen wurden vom Publikum vorgegeben, also war es keine einstudierte Nummer.

Direkt danach ging es weiter zu Leos Lieblingstieren, die Delfine. Nun haben wir ja schon einige Delfinshows gesehen aber diese war unglaublich. Ein wirklich riesiges Meerbecken ist das zu Hause der top gepflegten Tiere. Zur heute erstmals aufgeführten Weihnachtsmusik gab es viele Kunststücke, Sprünge und lustige Dinge wie Zähneputzen zu sehen. Für Leo war es besonders toll weil wir durch unsere Plätze in der ersten Reihe nur eine Armlänge von den Delfinen entfernt waren. Und dann wurde die Maus auch noch als Freiwillige für ein Delfin-Bussi ausgewählt. War natürlich gar nicht ihr Ding… 😉

Dabei sollte es doch noch besser werden. Nach der Seelöwen-Show mit lustigen Einlagen und einem Bussi für Mama, sowie einen geworfenen Ring von Leona und bei der Benny das Treppensteigen mit festhalten am Handlauf übte, gab es erstmal was zum Essen. Da auch der Kiosk wie alles andere einen Meter unter Wasser nach dem Hurrikan gestanden ist, holte Rainer etwas vom nahe gelegenen Burger King. Da waren wir nicht die einzigen. Und dann endlich war es soweit. Während Benny mehr Begeisterung für einen Mittagsschlaf aufgebracht hätte, der heute aber erst eine Stunde später drin war, startete die Boots-Tour. Anschließend durften wir noch Papageien halten. Leona stellte sich extra noch einmal an um auch den zweiten Papagei halten zu dürfen.

Bianca und Leo, die sich mittlerweile Badekleidung angezogen hatten, erlebten anschließend ganz alleine mit der Trainerin zwei wundervolle Tiere. „Malibu“ ist erst drei, extrem verspielt und wird gerade angelernt. Hat also als Kleinkind noch viel Blödsinn im Kopf. „Bella“ war schon aufgrund der Namensgleichheit zu unserer Katze ein Hit und war deutlich entspannter. Erst mit Malibu, dann mit Bella durften wir schwimmen gehen. Richtig, nicht nur das typische Foto mit Bussi. Nein, richtig schön rein ins kalte Meerwasser. Aber Bianca war tapfer und Leo sowieso in anderen Sphären und sooo kalt war es dann doch nicht, Florida-Sonne sein Dank.

Auf Anleitung der Trainerin durften wir unzählige Kunststücke üben. Drehen, im Arm halten, umarmen, gegenseitig nass spritzen und noch vieles mehr. Sogar die Bussis waren einfach nur beeindruckend. Gut, der warme Schwall Fisch-Atem bei jedem Bussi war jetzt nicht sooo toll aber diese weiche Schnauze mit den Kulleraugen so nah und verspielt – Bianca schwebte auf einer eigenen Wolke. Und Leo hüpfte völlig glücklich durchs Wasser. Wir sind dankbar, dass wir genau solche Momente mit unseren Kindern erleben dürfen. Die Tierbegeisterung hat Leona wohl geerbt. Gerade schwangt sie von ihrem hartnäckigen Berufswunsch „Meeresbiologin und Walforscherin“ auf „WWF-Tierschützerin“. Naja, da werden wir wohl unsere Rente mit Flügen um die Welt verbringen um unsere Tochter und unsere (hoffentlich zahlreichen) Enkelkinder zu besuchen, wäre schon echt schade :-). Nein im Ernst. Für uns zählt es, dass sie sich unbändig freut über die großen und kleinen Erlebnisse im Urlaub und auch die Zeit mit uns und ihrem Bruder genießt. Die Schule kommt schließlich früh genug.

Am Ende des Tages gab es im WalMart dann noch eine Ausstattung mit „Ugly Christmas Sweatern“ für die ganze Familie und etwas Proviant für die nächsten Tage … und da Rainer mal schnell noch gut 5 Stunden auf der Straße heruntergerissen hat, sind wir mittlerweile auch schon in Tampa … dort steht morgen ein altbekannter Park auf dem Plan … Busch Gardens.

Unten findet ihr eine kleine Auswahl Fotos … morgen laden wir mehr hoch und ergänzen auch die von gestern, versprochen!

2009/10, 2011, 2014/15 und 2017